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IV. Theil. 98ster Brief.
GOttes zu deiner Reinigung ansehe. DerHErr wird beistehen und durchhelfen.
Siche dich an, als ein nach Leib undSeel, nach Herz und Willen, GOtte ge-schenktes Geschöpf; laß ihn mit dir machen;rede ihm nicht darein. Trage die Erfah-rungen deiner Schwachheiten und Gebre-chen zu deiner Demüthigung, und ersenkedich mir dem allem, und so, wie du dichfindest, in den Schooß der inn gst nahenGOttesliebe und Erbarmung, ohne Re-stectiren und Raisonniren. So eben fälltmir für dich in die Hand das szste Lied imBlumengärrlem: GE>rc , wer dich ken-net, lieber dich, rc. es ist ganz für dichdienlich.
Ach, liebe Schwester! dieses Leben istein Leben der Zubereitung, voller Last,Elend und Beschwerde; ein rechtes Kreuzle-ben. So hats GOrr verordnet, und somuß es uns gefallen. Wer nicht in Wahr-heit an einen GOkt, und an das Unsicht-bare und Ewige glaubt, o! der müßte me-lancholisch oder desperat werden. Nun aberkennen wir ein ewiges höchstes Gut, hoffenmit Grund auf einen guten Abend, undMissen, daß uns alles, was uns hier Wun-derliches und Bitteres begegnet, alles zu un-srem Heil dienen und Mitwirken müße.So siehe dann, liebe Schwester, dich selbstund deine Leiden nicht mit so sorglichen undängstlichen Augen an! Wage dich dabei,
und