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Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
146
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Geistliche Briefe.

sage nicht Kopfandacht) sanfte, süß, kindlich,und ohne alle Abtrennung des Haupts,der Brust, oder Heftigkeit, zu dem gegen-wärtigen GOtt anneigec, ihm stille hält,und seine Wirkungen erwartet, nicht -Offen-barungen, Gesichter, Einsprachen, rc. son-dern Liebe, Ehrfurcht, Kraft, Beugsamkeikund alle Tugend. Bei dieser Vereimgungder Andachr ist Gelaßenheit und Geduldnöthig; Gelaßenbeir, indem man sich nichtsselber machen muß, sondern zufrieden seynmit allem, was GOtt gieber, oder nichtgieber; Geduld , indem die schwärmendeGedanken und Phantasien im Kopf, auchwohl Versuchungen, Zweifel und Aengste rc.dazwischen kommen, die man mit süßerGeduld tragen muß; sie nutzen mehr, alssie schaden.

Wenn man mit Menschen umgehet, odersein Geschäffte treulich verrichtet, da bleibetimmer die erste wirkliche Vereinigung;aber die zweite, nämlich die Vereinigungder Andacht kann man im Umgang undbei allen Geschäfften nicht so haben, wie zurZeit des Gebeths; man muß solches auchnicht erzwingen wollen, oder man macht sichuntüchtig, krank, und wird sich selbst undandern zur Last: doch aber ist es gut undnothwendig, daß man von Zeit zu Zeitseine Andacht erneuere durch kindliche Erimmrungen an GOttes Nahheit, durch Liebes-dlicke, durch Aufopferungen, und daß man

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