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Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
134
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Geistliche Briefe.

uns dem Ruf vom Zeitlichen und Sichtbarenzum Unsichtbaren und Ewigen übergeben ha-ben. Wer dem Schatten dieser Welt nach-jaget, der greift nach Phantasien. GOnist allein tvejen; und dein Herz selbst weißes, daß dasjenige Vergnügen und der tiefeFriede, welchen dieses höchste Gut schon aufdem Pilgerwege mittheilet, gar nicht zu ver-gleichen ist mit allem dem, was Welt undKreatur geben können. Es führet diese Mit-theilung ihr Zeugniß mit sich; und was wirdswerden, wann wir ihn ohne Decke sehen undvollkommen genießen?

Nur noch ein wenig ausgehalten! GOttwill dich durchs Kreuz reinigen, und durchdie Armuth zum Glauben gewöhnen. Gibdann dem HErrn die Ehre! Du phantasirest,wenn du solchen Zweifelsgedanken nachhän-gest. Wie? wenn dich der Versucher wolltezweifeln machen, ob auch ein Tersteegen inder Welt gewesen, den du auch lange nichtgesi-ben, und doch glaubest, daß er da sei),und deine Seele liebe? Fahre nur fort, meineliebe Schwester, eben das zu thun in derDürre und Dunkelheit, was du thun wür-dest bei allen schmackhaften MittbeilungenGOttes, dann gehet alles gut. Bethe an,liebe und lobe den GOtt, der dich siebet,auch wann du ihn nicht sehen kannst; erfreuedich in ihm; überlaß dich ihm; ersenke dich inihn, wissend, daß in ihm alle das Gute unddie vollkommene Seligkeit ist, die du weder in

dir,

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