Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
32
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Zr Geistliche Briefe»

(Wesentliches) geben oder machen, aber wohlverhindern. Du mußt aus einem noch zusinnlichen und zu menschlichen Leben mehr her-aus; das haji du längst gefühlt, aber auchdein Unvermögen. Man übt sich; man mußsich üben, und man bleibt, Ivie man ist, aberGOtt siehet doch dieses alles an. Die Hülfekommt vom HErrn; wenn er die Seele sanfthinem lenket, und sich als m rh-, glauben oderschauen laßet, nicht durch Bild oder Gesicht,sondern durch Eindrücke und Wirkungen, diedas Merkmal von etwas Göttliches mit sichführen. Dein Gemürhsauge folge nur un-verstellt und ruhig dem Zuneigen, so gegebenwird, und gebe ein in die Allgemembeic desliefen Wohlseyns, einfachen Wesens, undunschuldigen Anschauens, ohne sich selbst waszu machen, oder BtsonSerheirt-n zu wollenwissen oder haben. GOtt muß HErr undMeister werden und bleiben. Dieß ist ein ein-fältiges Kinderwerk; allein es macht sterbenan allem, aber fast ohne daß mans fühlet.

Ich danke für deinen Neujahrswunsch,den GOtt bestätige! Niemal werd' ich nochein Jahr so äußerst geschwächt angefangenhaben. Du hast recht, daß diese so lang an-haltende bedenkliche Schwachheit Bedenkenverursachen könne, ob ich noch lange der sterb-lichen Gesellschaft beiwohnen werde? Bethedu, und übrige Bekannten für mich, daß ichmeine Seele gebührend in Händen trage,und im Glauben meinen Pilgerlauf vollende.

Ich