Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
425
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H. Thcil. iqgster Brief.

unter den Geschäfften stärke dich öfters durchaufrichtige, aber ruhige Liebesblicke auf ihn,wann du auch gar keine Empfindlichkeit dabeihaben solltest.

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Deine Unempfindlichkeit entstehet aus einerganz andern Ursache, alsdumeynst. Grüblenicht viel darin. Genug! daß du ganz desHErrn feyn willst. Bisweilen würden dichdie Empfindlichkeiten zu viel heraus locken ineine scheinbare Munterkeit; das stehet GOtt,der dich gern bei ihm drinnen behalten will;trage du das so still und ungestört, wie eskommt. Werde nicht müde noch muthlos!GOtt ist so nahe, wanns Nacht ist, als> wanns Tag ist. Glaube ihn dann auch ebenso nahe, eben so gewogen, eben so liebens-würdig, wann du nichts davon fühlest, alswann du Empfindlichkeiten hast. Liebe undlobe ihn, denn er ists wirklich werth.

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Die innige Neigung deines Herzens, umganz für GOtt zu wollen seyn, ist das beßteGebeth, welches der heilige Geist wirket.Dieß ist das immerwährende Feuer auf demHerzens- Alrar; halte dieß Feuer fein zuge-deckt, und laß es stille brennen, und zu seinemUrsprung aufsteigen. Je abgespehnter vonaller anderen Lust und Leben, desto freierundinniger brennt es; die täglich vor den Füßenliegende Kreuzesdornen sind mit gut dazu,wenn man selbige willig aufnimmt.

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