Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
200
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Lo» Geistliche Briefe.

solches nicht bei allen Erfahrungen einiger D,Gegenwart GOttes geschieht, ist ein eigent-liches Wunderwerk, und eine pure Wirkung Egöttlicher Güte und Weisheit, welche sein kchschwaches Geschöpf sonst tödten würde: weil Her es aber genesen will, so mäßiget er alles, W'nach den Kräften der Seele. Danke GOtt, Ddaß er dir seine Gegenwart offenbaret, und ^danke ihm auch, daß er dir deine Finster- «MNissen der Eigenheit zeiget, welche nur in die- Bsein Licht können bekannt gemacht werden; 111Bund trage die dadurch verursachte Schmer- Azen in Gelaßenheit, daß die Flammen seinerLiebe deine Eigenheiten verbrennen mögen,welches noch nicht geschehen ist.

Nach dem einen Theil stehest du deine > Meigene natürliche Gestalt in etwa, weiche eine ^rechte Schlangengestalt ist, ein Baum der ^ ^Eigenliebe, mit unzähligen großen und kleinen mAesten. Die Axt soll diesem Baum an dieWurzel gelegt werden. Nach dem andern ^Theil fühlet der Geist in etwa, was GOttist, innigsi - gegenwärtig und unendlich gut,und daß in seiner innigen Gegenwart allesLeben und die höchste Vergnügung zu findensey. Da will auch der Geist feyn, obgleichder niedere oder äußere Theil ganz anders >gesinnet ist. Die Scheidung dieser Theile istnoch keineswegs geschehen, ob es gleich schei-net, es stünde ein jedes Theil für sich undwider das andere. Bisweilen gehet der in-nere Theil zu viel in den Aeußeren, und bis-weilen