Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
193
Einzelbild herunterladen
 

Der 66ste Brief.

irH

dm«

dw

Sitz!

An eine angefochtene Seele, wie sie sich zu ver-halten habe.

In der Gnade GOttes geliebte Freun-dinn!

sprich mit Assaph zu GOtt, uns dem 7Zten^ Psalm: )ch bin wie ein Thier vorvir; dennoch bleib' ich stärs bei dir, dennvu hältst mich bei meiner rechten Hand.Die rechte Hand, wobei dich GOtt so treu-lich hält, ist eben der Zug seiner Gnade undLiebe in deinem Herzen, wodurch er dichziehet und locket zur Herzensinmgkeit undGemeinsamkeit mit ihm, und wodurch erdich wieder zurück rüft und erinnert, wanndu abgekehret bist. Achl daß du auf dieseLiebeshand, die dich so treulich hält, ein-fältiger möchtest Achl geben, und dich vonihr recht ergreifen und ganz hinnehmen la-ßen. Sie wird nicht ablaßen, dich zu haltenund zu ziehen, bis sie dich aus dir selbst undallen Kreaturen wird heraus gezogen haben,wie solches meine Seele wünschet.

Du thust wohl daran, daß du mir ein-fältig schreibest, welch ein Thier du seyest;denn ob ich wohl eben nicht ralhen sollte, ei-P Erst. B. n. Th. N nem