Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

II. Theil. öoster Brief. 17;

tz Gnade, noch in dieser Zeit, damit wir ja glau-M den sollen, er sey ganz Liede,s« So muß GOtk, auch im Aeußeren, mituns Schwachen noch meistens sachte Wegegehen; da sonst am allersichersienund wesenrlich-. sten dieser Abgrund der Liebe in dem Abgrunde7 der Seele erfahren wird. O wie freundlichwill er sich da eröffnen und uns in sich ver-schlingen, wo wir unserem Eigenen genugsamentsinken! Ach wie bedrängt ist alles außerihm in der Welt! Nur in ihm ist Friede undj Verbergung, ja Heiligkeit und Seligkeit zufinden. Darum sollen wir ja in keinem Dingenach eigener Bewegung, Willen oder Ab-sicht zu Werk gehen, und uns immer unver-^ stellter und bloßer ihm laßen, damit nur dasi Leben und die göttliche Bewegungen, die inidem Inwendigen des Herzens Jesu waren,auch in uns seyn, und an uns offenbar wer-den mögen. Ein einziger Augenblick dieses Le-. bens JEsu in uns ist höher zu schätzen, als^ ^ tausend Jahre sonst auf Erden zu leben, wenn^ man gleich Wunder thäte. Dieß ist also dergnädigste Wille und Rath GOttes an uns,^ > daß wir forthin nicht mehr uns selbst, sondernch Dem allein leben sollen, der für uns gestorbenund auferstanden ist. Diesem Rath GOltesE mäßen und wollen wir herzlich und tharlich^ beipflichten, wahrnehmend dieses unsers Ho-^ henpriesters (Hebr. z.) und ihm unser thieri-sches Leben, mit allen dessen Bewegungen, zumLpfer darbringend, seinen theuren Zügen und

den