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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
30
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ZV Geistliche Briefe.

rer. Wir sollen dadurch theils hier in Gua«den gezüchtiget und gedemüthiget werden we-gen unserer vorigen Sünden; theils sollen dieProben näher aufdecken, und dasjenige aus-brennen, was vom Elend noch in unserenHerzen ist, und endlich, (welches das Wich-tigste) uns glücklich nöthigen, daß wir unsselbst als eine verdorbene und unwerlhe Sache,verlaßen, um uns in IEsum fallen zu laßen,und nur in ihm, lebend und sterbend, gefun-den zu werden, als in welchem wir alleindas antreffen, was wir nach tausenderleiUmsehen, Versuch und Gegenspartlen, inder Kreatur und in uns selbst ewiglich nichtfinden werden.

Ich Hab'uns und euch, liebe Schwester,insbesondere diese Christtagzeit eine reicheMittheilung des unschuldigen, einfältigen,unannehmlichen Kindersinnes JEsu zuge-wünfchet, und thue es noch von Herzen.Die Kindlein in der Wiege sehen die Welt,und was darin vorgehet, mit ruhigen Augenan, denken und handle» kindlich und ohneArges, und laßen die Dinge gehen, wie siegehen. Uebrigens seyd getrost; JEsus wirdaushelfen. Entsinkt allem argwöhnischen ver-drießlichen Naturwesen, und welchem ihr nichtentsinken könnet, das leider so willig undruhig, als möglich ist, ohne es mit Bedachtanzusehen.

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