10 Geistliche Briefe.
alle Lüste der Sinne und des Fleisches. Nei- ^ge dich zum Herzen, so viel GOtt Gnadegibt. Haupt und Sinne muß, man zur ,ENot!) gebrauchen, und keinen unnölhigen in- Mdifferenten Dingen nachhängen, wenn man tzPinnig werden will. Gleichgültige Reden und ßWGedanken gebaren öfters böse Reden undGedanken.
Uebrigens trage es zu deiner Demütigung, B ^
wann du die Regungen vom Leibe des Todes Mfühlest. Es wird ein verdeckter Grund der PH,Selbstliebe in dir seyn, so dadurch vernich- kilMtet werden soll. GOttes Gnade wird unter- Mstützen. Mäßigkeit im Essen, Trinken rc. ist KM'zwar gut; es muß aber nicht ohne Grund und WRath ins Außerordentliche kommen; es muß M«nicht scheinen; auch muß nicht leicht einem Mängstigenden unruhigen Trieb darin gefolget Wwerden. Die freie Neigung der Liebe im Her- Mzen ist eine bessere Führerinn, die uns tau- Wstnb Mortificationsübungen durchführet, wo-durch zwar der arme Esel (der Leib) nichtgetödtet, aber die Eigenliebe, Eigenwille,Selbstgesuch, falsche Stützen rc. auf eineunglaublich - subtile Weise ausgesucht und oh-ne Barmherzigkeit in Tod geführet werden;da doch die Seele von ihrer Seite gar nichtdabei scrupulirt, sondern nur innig bleibet,und der Liebe folget.
Was ich mehr hievon sagen könnte, wirstdu auf eine vortreffliche Weise finden im zehn-ten