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3 (1795) [Wilhelm Meisters Lehrjahre. Bd. 1]
Entstehung
Seite
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seük war, nur einzeln: Vergnügen und Ver-druß lüsten sich ab, Demüthigung wurdedurch Eitelkeit, und Mangel oft durch au-genblicklichen Überfluß vergütet; sie kannteNoth und Gewohnheit sich als Gesetz undRechtfertigung anführen, und so lange ließenfich alle unangenehme Empfindungen vonStund zu. Stunde, von Tag zu Tage ab-fchütteln. Nun aber hakte das arme Ncäd-chcn sich Augenblicke in eine bessere Welthinüber gerückt gefühlt, hakte, wie von obenherab, aus Licht und Freude ins öde, ver-worfene ihres Lebens herunter gesehen, hattegefühlt, welche elende Ereatuc ein Weib ist,das mit dem Verlangen nicht zugleich Liebeund Ehrfurcht einflöst, und fand sich äußer-lich und innerlich um nichts gebessert. Siehatte nichts, was sie aufrichken konnte.Wenn sie in sich blickte und suchte, war esin ihrem Geiste leer, und ihr Herz hatte kei-