I. Theil. I25ster Brief.
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welch eine lebendige und schmerzliche Probevon der wenigen Erleuchtung und dem großenElend der Berufenen in diesen Tagen, ist esmir öfters, wenn ich sehe, daß sie so eingeringes Maß der Gnaden in mir (ob es wohlweit mehr ist, als ich verdiene) hochachten,und auf mich sehen, der ich doch, nach mei-nem Bedünken, in der Welt gar wohl gewis-ser werden könnte.
Nun dann, so fasse dich in GOtt unddessen Willen, du schwaches Kindl Habenwir ja so manchmal mit einander gestammeltvon der Verläugnung aller Kreaturen ausLiebe zu JEsu. Bin ich denn nicht auch eine,und zwar arme, Kreatur? GOtt will jetztdieses Opfer von dir; laß es dir doch nicht soabzwingen, sondern laß es ein freiwilliges.Opfer seyn, so wird es dir ein Segen seyn.Sage zu deinem inwendig gegenwärtigenSeelenfreunde, daß er dir allein genug sey,und wiederhole solches so lang durch innigeLiebesblicke zu ihm zu sagen, bis nicht nur deinGemüth in diesem wieder gestillet, sondern biser auch wesentlich dein Alles in dir gewordenist; zu mir aber, und allem klebrigen sage ohneBedenken das 19W Sprüchlein des Blumen-gärtleins: Gehr Rrearuren gehr, ich kanneuch alle missen, u. s. w. Es wird dadurchdie wahre Liebe gegen einander nicht aufgeho-ben, oder gemindert, sondern lauterer undkräftiger werden.
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