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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
156
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Geistliche Briefe.

noch gibt in deinen gegenwärtigen Versuchun-gen von dem Augenblick an, daß ich nuretwas davon vernommen; denn, ob ichwohl mir niemanden umständlich genug davongesprochen habe, und auch dein Brief mirnicht genügsamen Unterricht davon gibr, soHab ich doch von Anfang dem Kinde den näm-lichen Namen gegeben, den du ihm selbst indeinem Brief gibst, nämlich eine Versuchung,und zwar nicht nur des Feindes, wie duschreibst, sondern auch zugleich des Fleische,Und der Vernunft, wovon dir selbst dereigentliche Grund und Ursache noch wohl soklar nicht seyn mag.

Der böse Feind hats gewiß angesponnen;er braucht aber unser» Fleisches - und Ver-nrinfrssinn dazu. Wo auch nur zwei gott-suchende Gemürher beisammen wohnen, dakommt der Feind in die Mitte, und störetden Frieden durch böse Reizungen, oderargwöhnische Eingebungen bei einem, oderdem andern; und auch beim einen durchden andern. Der heilige Antonius sah denganzen Erdboden im Gesichte mit lauterfeindlichen Stricken bedecket, und wie der-selbe ganz bekümmert fragte: Ach! wer wirddiesem allen entfliehen? So wurde ihmgeantwortet: Der von Herzen Demürhige.Siehe, lieber Bruder! durch dieses eng«Löchlein der Herzensdemuth kannst du auchgar leicht diesen und allen noch künftigvorkommenden Versuchungsstricken des Teu-fels

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