I. Theil. 2oster Brief. 55
^ auf antworten; oder ich muß das Bild vonHm mrr und dir so lang beiseit setzen, und die'A Wahrheit so, wie sie in ihr selbst ist, nachW/ meiner Einsicht, betrachten.
Die Kraft des eigenen Lebens, oder der^ inwendigen Verdorbenheit, bestehet Hauptsäch-'^ lich in der Eigenliebe und im Eigenwillen;und das Wesen und die Kraft des göttlichenLebens bestehet in der reinen Liebe, und in^ der Gelaßenheic. Wenn jenes, das eigeneLeben abnimmt, so nimmt das göttliche Lebenzu, und auch nicht mehr noch weniger. Mankann einzeiliger seyn in seinen eigenen und an-derer Menschen Augen, und nichts desto we-niger im Grunde voller Eigenliebe und Eigen-willen stecken, und also noch gar weit vondem reinen Leben der Gnade seyn. Ach! wodurch sind doch die rare Seelen, die sich selbst nichtjär« lieben? Und in wie so wenigen wird es wohlnm wahr werden, was Offenb. 12. stehet: DaßM sie ihr Leben nicht geliebet haben bis in denzM Tod!
dB Im Anfang stirbt man der Sünde undder Welt ab, durch die Treue an denUeber-W>k Zeugungen des Gewissens. Man ist im Aeu-h!,ß ßeren streng, eifrig, tapfer. Man hat Kraft,wiB und bricht durch, weil der kräftige Trieb derB Gnade, und die Furcht des HErrn, als einW gewaltiger Wind, antreiben, und die liebliche«ss >: Lockungen mancher sinnlichen und empfindlichen, K Gnadengaben, die Seele gleichsam fort tra-M gen: ob es wohl scheinet, als ob die SeeleÄ D 4 sol-