Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
252
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47 -

Wem zu glauben ist, redlicher Freund, das kann ich dir sagen:Glaube dem Leben; es lehrt besser als Redner und Buch.

48 .

Alle Blüten müssen vergehn, daß Früchte beglücken; .

Blüten und Frnchr zugleich gebet ihr Musen allein.

Zo.

Schädliche Wahrheit, ich ziehe sie vor dem nützlichen Jrr-thum.

Wahrheit heilet den Schmerz, den sie vielleicht uns erregt.Zi.

Schadet ein Jrrthum wohl? Nicht immer! aber das IrrenImmer schadet's. Wie sehr, sieht man am Ende desWegs.

52.

Fremde Kinder, wir lieben sie nie so sehr als die eignen;Jrrthum, das eigene Kind, ist uns dem Herzen so nah.

ZZ.

Jrrthum verläßt uns nie; doch zieht ein höher BedürfnißImmer den strebenden Geist leise zur Wahrheit hinan.

54 -

Gleich sey Keiner dem Andern; doch gleich sey Jeder dem

Höchsten.

Wie das zu machen? Cs sey Jeder vollendet in sich.

Z5-

Warum will sich Geschmack und Genie so selten vereinen?Jener sürchtet die Kraft; dieses verachtet den Zaum.

Z6.

Fortzupflanzen die Welt sind alle vernünft'ge DiscurseUnvermögend; durch sie kommt auch kein Kunstwerk hervor

57 -

Welchen Leser ich wünsche? den Unbefangensten, der mich,Sich und die Welt vergisst, und in dem Buche nur lebt.