walvenssrvor Wals».
Beweist ausdem NicolaoVigncr.
Z2 l. B- 2. Cap. Von dern eigentlichen Ursprünge
zwey grossen Lichter der vorige Schein, womit die ersten hellbren-nenden Lampen lange vorher diese finstern Gegenden erleuchtet,gäntzlich wäre verdunckelt worden.
§. X.
Ich will demnach als ein guter und gebohrner Walden-ser, was ich von diesem Namen weiß, hiermit öffentlich vor Au-gen legen, dem Leser aber völlig Freyheit lassen, nachgehendsvon dem Ursprünge dieses Namens zu urtheilen, wie es ihm amwahrscheinlichsten vorkommen wird. Ich bin zum wenigstellversichert, daß mir hierinnen ein ieglicher wird müssen Beyfallgeben, daß, ob auch schon die Lander, welche den göttlichenSchatz des Evangelii von diesem Waldus, oder von seinen Jün-gern erhalten haben, mit diesen sich nach seinem Namen Wal-denser genennet hatten; dreseö gleichwol nicht verhindere zu glau-ben , daß nicht nur seine Lehre schon vorher in diesen Thalern rmdanderswo dagewesen und geblühet, sondern daß man auch dieje-nigen, so solcher Lehre zugethan gewesen, durchgehends und ge-meiniglich Waldenser genennet.
Sie müssen ja wohl vor Waldi Zeiten schon unter diesemNamen bekandt gewesen seyn, weil man sie schon lange vorherals Waldenser verfolgt, und zum Tode verdammt hat. Soerzehler unter andern Nicolaus Vigner in feiner Kirchen-Historie,beym Jahr 1214. daß man in diesem Jahre sieben Walden-ser aus Provence verbrannt, der übrigen von Agenois,Perigeux, Limosin, Ouercy, Rovergne, u. s w. nicht zugedencken, und daß von ihnen hundert Jahr vorher dieKetzer, so man Albigenser nannte, abgestammet seyn.Woraus nothwendig folgen muß, daßchie Lehre der Waldenseralbereit im eilften Jahrhundert bekandt, und ihre Anhänger mitdem Namen der Waldenser belegt gewesen, sintemal die soge-nannte Ketzerey der Albigenser schon im Anfange des zwölften,nemlich im Jahr 1114. aus dcpselbigen entsprungen, und sich schon
dazu-