Druckschrift 
1 (1750)
Entstehung
Seite
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-6 I.B. l.Cap. VonderLage, Grösse, Fruchtbarkeit,

mr es alsdenn an der Sonnen ab, und wenn es also Heil ge-worden, und nun nichts mehr, als die Einführe nöthig ist, legtsich eines von den Weibchen auf den Rücken, und reckt die vierFüsse, so hoch es kan, in die Höhe, da mittlerweile die übrigendas Hek im Maul herzu tragen, und auf diesen lebendigenWagen ohne Räder laden, so viel es mit seinen vier Füssen er-halten karr: Wenn nun nichts mehr hinaufgehet, so verrichtendie andern Kutscher- und Pferde-Dienste, spannen sich selber anden Schwantz, Ohren, oder andern Theile der Haut, wo sieselbige mit den Zahnen können zu packen kriegen, und schleppendas arme Thierchen denn so fort bis in die Hole, laden das Fu-der daselbst ab, und fahren wieder zurücke, welches sie fo langetreiben, bis der gantze Vorrath eingesammlet ist, so , daß ichvielmal geschert, daß diesem Fnhrwerck, durch das öftere hinund her fahren, der gantze Rücken kahl und wund gewesen.

Wundern- Desgleichen giebt es hier auch viele wilde Ziegen ,und-genannt, davon ich hier aber weiter nichts gedenckeno ' will, dieweil sie auch in andern Landern zur Gnüge bekandtsind. Doch ist unter densclbigen eine gewisse Art, die den.cken zwar sehr ähnlich, inzwischen aber weder Bock noch Gemseist. Sie halten sich beständig auf den höchsten Bergen auf,wo der Schnee von einem Jahr zum andern liegen bleibet, undpflegen mehrentheils auf dem Eiß zu liegen, welches hier eben-fals beständig anzutreffen. Sie sind noch weit hurtiger alsdie Gemse, und der gemeine Mann hält davor, daß das Fleischvon diesen Thieren ihnen eine vortrefliche Leibes-Constitutionzuwege bringen, und absonderliche die Beine sehr gelencke ma-chen soll. Wenn iemand von der Kälte erstarrt ist, oder ein Gliederfrohren hat, pflegen sie ihm nur etliche Tropfen von dem Blutin warmen Wein oder Brühe einzugeben, und ihn darauf insBette zu legen, da denn ein starcker Schweiß erfolgt, und derPatiente bald wieder gefund wird. Ich habe davon selber fol-gende