Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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Durchschnitt der frischen Faser ist markig, zellig,weifs, mit einem sehr dünnen runden holzigenKern. Bei dem anfangenden Austroknen geht dieäufsere Farbe in rothbraun und später in schwarzüber, die innere Substanz bleibt weifs.

Die krautartigen Stengel sind aufsteigend, fasteinfach, gestreift, glatt oder fein behaart, innenhohl, fünf bis zehn Zoll hoch, dicht mit Blätternbesetzt, und ein- bis zwei-, seltner dreiblüthig.

Die Blätter sind sitzend, glatt, bandförmig,bis auf den Grund getheilt und in viele schmalepfriemenförmige oben mit einer vertieften Linie ge-zeichnete Abschnitte zerschlitzt.

Die grofsen und ansehnlichen goldgelben Blu-men stehen an der Spitze des Stengels oder derkurzen Seitenäste. Der Kelch besteht aus fünfovalen oder länglichen gestreiften weichhaarigengrünlich-weifsen Blättchen.

Die Blumenkrone ist aus 12-1 5 länglichen,10-12 Linien langen gestreiften glänzend-gelbenBlumenblättern gebildet. Die zahlreichen Staub-gefäfse sind gelb. Die kleinen grünen weichhaa-rigen Fruchtknoten stehen dicht gedrängt um denerhabenen kegelförmigen Fruchtboden (gonopho-rum) und endigen sich in «ine fast sitzende rück-wärts gekrümmte Narbe.

Die Früchte, die ein Köpfchen bilden, sindkleine nicht aufspringende, bei der Reife schmut-zig-weifse einsaamige Kammerfrüchte.

Die oben beschriebene Wurzel soll nicht seltenstatt Radix Hellebori nigri Vorkommen. Sieunterscheidet sich auch im getrockneten Zustandleicht durch den viel stärkern Wurzelstock unddurch die schwarze Farbe der Fasern, die beider ächten schwarzen Niefswurzel nach dem Trock-nen immer grünlichbraun bleibt.

Das Infusum der Adonis - Wurzel ist nachGeiger (a. a. 0.) dunkelbraun-grünlich.

Das Lackmuspapier wird nicht gerötliet.Verdünnte Salpetersäure verwandelt die Farbein braunroth.

Salzsaures Eisenoxid erzeugt einen dunkel-grauen Niederschlag, der bei einer gröfsern Mengedes Reagens wieder verschwindet. Gallustink-tur bringt einen schmutzig-grauen Niederschlaghervor, Silbersolution einen reichlichen schwarz-grauen, und die Flüssigkeit ist entfärbt.

Kleesaures Kali erregt eine schwache Trü-bung, die durch Salpetersäure nicht verschwand.

Bleizucker erzeugt einen grauen flockigenNiederschlag, der durch Salpetersäure verschwindet.

Durch Kupfervitriol entsteht eine dunkleschmutzig-grüne Trübung, durch Quecksilber-Sublimat ein grauer flockiger Niederschlag.

Dieses Verhalten der Reagentien wäre mit demdes Infusums der ächten Radix Hellebori ni-gri, welches wir im Vorhergehenden mitgetheilthaben, zu vergleichen.

Die Hauptbestandtheile dieser Wurzel sind nachGeiger ein bitterer drastischer Extractivstoif undein scharfes Harz. Da diese und die vorhergehendePflanze zu derselben natürlichen Familie gehören, inder sich die ächte schwarze Niefswurzel findet, sodarf man daraus allerdings auf ähnliche Wirksamkeitschliefsen.

Anm. Die Pflanze zeigt mehrere Spielarten; derStengel ist bald kürzer und einfach, bald mehrästig, die Blumenblätter sind theils mehr verkehrt-eiförmig, theils mehr lanzettförmig, viel gröfser alsder Kelch oder auch nur eben so lang. (Vergl.Wallroth a. a. O.)

Wir werden nicht ermangeln in einem derfolgenden Hefte dieses Supplements auch den H el-leborus viridis und H. foetidus aufzunehmen,um ihre Wurzeln mit der des ächten H. niger undden hier abgehandelten falschen Wurzeln verglei-chen zu können.

Abbildungen.

Jacrp Fl. Austr. tab. 44 - (A. apennina.)

Hay ne Getr, Darst. I. tab. 11.

Erklärung der Tafel.

l. Die blühende Pflanze,ü. Die frische Wurzel.

3 . Ein Blatt, ausgebreitet.

4. Eine Blüthe, der Länge nach gespalten.

5 . Ein Staubgefäfs, vergröfsert.

6 . Die reifen Früchte.

7. Eine derselben gesondert.

8. Dieselbe, von der Seite geöffnet.

9. Der Saamen, vergröfsert.