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Trauben. Die Blumenblätter sind kürzer als dieFruchtknoten. Drei eiförmige, drüsig-behaarte ein-eiige Fruchtknoten tragen auf fast fehlendem Grif-fel eine dreispitzige Narbe. Die Steinfrucht hat dieGröfse einer Haselnufs, ist mit langen schwar-zen Drüsenhaaren bestetzt. Der Saamen ist nieren-fürmi< r mit einer schwarzen dünnen Schale (demSteinkern?) (Telfair et Bojer et Hooker 1. c.Centrbl. i83o. p. 273).
Die Wurzel dieser Pflanze ist die Radix Co-lumbo der Officinen, deren Ursprung so lange un- -bekannt Avar. Erst in der neuesten Zelt ist diePflanze von Afrika durch die Engländer nach Mau-ritius, nach Bombay und auch in die EnglischenGärten gekommen. Wir erhalten die ächte Co-lumbo -Wurzel in scheibenförmigen Stückenvon 1 bis Zoll im Durchmesser; die Bände istaufsen dunkelbraun, stark- und unregelmäfsig-runz-lich; die Fläche ist schmutzig grünlich - grau,auf dem frischen Schnitt ist die Rindensubstanzgewöhnlich mehr oder minder gelb und durch einedunklere Linie von dem helleren holzigen Tlieilgetrennt; dabei sind schwärzliche schmale Strahlensichtbar. Der Geschmack ist sehr bitter und schlei-mig. Mit Jodtinktur in Berührung gebracht, nimmtdie Wurzel eine sclvwärzliche blaue Farbe an; mitAlkohol bildet sie eine dunkel grünlichgelbe Tink-tur; der Aether Avird davon nicht gefärbt, nimmtaber nach Wittstoek einen sehr bittern kristalli-schen Stoff (Col umhin) auf. Nach Büchner zeigtdieser Stoff narkotisch-giftige Wirksamkeit. (Centrbl.i83o. p. 517). Nach den neuesten MittheilungenA T on Buchner (1. s. c.) enthält diese Wurzel unge-fähr folgende Bestandteile, Columbo-Bitter 10—12pCt., gelben harzigen ExtractivstofF 5, Wachs 2, ge-färbtes Gummi 3—4> Stärkmehl 3o—35, Pflanzen-mark 17, Holzfaser 12, Wasser 9—10.
Man verwechsle diese Wurzel nicht mit einerin der neuern Zeit in den Handel gekommenen fal-schen Columbo -Wurzel. Diese Wurzel sollaus Algier kommen ; sie ist theils scheibenförmig,theils auch in walzenförmigen oder gespaltenenStücken vorhanden; die scheibenförmigen Stückenunterscheiden sich durch folgende Merkmale : dieRinde ist aufsen durch zahlreiche, ringsum laufendeRunzeln kenntlich, die Fläche ist mehr gleichförmig,
blais-ledergelb, der Geschmack ist nur Avenig bit-ter, auch erleidet sie durch Berührung mit Jodkeine Veränderung. Herr Dr. Martius vermuthet,dafs diese falsche Columbo die Wurzel einer Rumex-Art sei. Nach ßatka ist es die Wurzel der FraseraWalteri Mich., einer zu den Gentianeen gehörigenPflanze, dann kann sie aber nicht aus Algier kom-men, Diese Frasera ist in Nordamerika officinell,soll aber Brechen erregen. (S, Kunze Waaren-kunde p. 3i. tab. 5., avo diese falsche Wurzel sehrgut dargestellt ist.) Uebrigens sollen auch andereWurzeln z. E. die oben beschriebene LevantischeSeifenwurzel, künstlich Ritter gemacht, als Colum-boAVurzel Vorkommen,
Anm. I. Nach Herrn von Martius Avird dasUr a n - Pfeilgift der Tecunas-Indianer am obernMaranon hauptsächlich aus der Rinde eines Schling-strauchs dieser Gattung, welchen er Co culus Aina-zonum nennt, bereitet. (Buchn. Rep. XXXVI.)
Anm. II. Wir nehmen hier als Ergänzung derfrüher in diesem Werk aufgenommenen Abbildung,die oben angeführte treffliche Darstellung \ T on Hoo-ker aus dem Bot. Magazin auf, um unsern Leserndie Naturgeschichte einer .so Avichtigen Arzneipflanzeso vollständig als möglich mitzutheilen.
Abbildungen,
Hooker Bot. Mag. tab. 2970 et 71.
Berry in Asiat. Res. 1, c, et in hac. collect, tab. 364.
Erklärung der Tafel.
1. Ein Stück der männlichen Pflanze mit einemBlatt und einer ßlüthentraube.
2. Die Wurzel.
3. Ein Stück derselben im Durchschnitt.
4» Eine männliche Blüthe.
5. Ein Staubgefäfs mit einem Blumenblatt.
6. Der Blumenstaub.
7. Ein Drüsenhaar.
8. Eine weibliche Blüthe,
9. Die Fruchtknoten mit den Narben; alle Figurenvon Fig. 4. an stark vergröfsert,
10. Ein Stück von der weiblichen ßlüthentraube mitzwei Früchten.
11. Der Saamen.
12» Der Embryo, vergröfsert.