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blättchen versehen. Die Kelchflügel sind stumpf,ungefähr so lang als die Blumenkrone oder etwaslänger und schön blau. Der Kiel ist an der Spitzestark gefranzt (carina cristata); er birgt die beidenweifsen am Grunde breitem Staubfäden, deren jedervier kleine blafs gelbe einfächrige Anlheren trägt.
Der Fruchtknoten ist glatt; er trägt einenkurzen Griifel mit einer zweilappigen Narbe.
Die Kapsel ist verkehrt herzförmig, flach zu-sammengedrückt, häutig, glatt und grünlich-gelb.;*)sie ist von den, bei der reifen Kapsel mehr grünals blau gefärbten Kelchflügeln umgeben und dieseFlügel sind schmäler aber immer längerals die reife Kapsel, wodurch siçh diese Arfvorzugsweise von der P oly g a la ul i g in os a (N.d. W. Heft 12.) unterscheidet; die beidenSaamen sindverkehrt-eiförmig, an der vorderen Seite flach,stark behaart und mit einem w r eifsen Nabelanhangversehen.
Die Blätter dieser Pflanze sind sehr bitter, weitbitterer als die der Polygala uliginosa R.,so dafs man diese ächte P. amara für den offici—nellen Gebrauch vorziehen sollte. Wegen der Sel-tenheit dieser Art aber ist diefs fast unmöglich undman findet deshalb auch fast ausschliefslich dieseP. uliginosa in den Officinen.
Von Po ly gal a vulgaris unterscheidet sichdiese P. amara durch den mehr aufrechten Stengel
*) Bei diesen Früchten von Polygala ist die F.ntstehnngaus zwei, dem Kelchflügel ähnlichen Blättchen, welchehier so zusammengef'altet sind, dafs die Mittelrippedem Rande entspricht, deutlich wahr zu nehmen.
und die viel breiteren, verkehrt - eiförmigen undstumpfen Blätter an dem untern Theil des Stengels.Das zarte Würzelchen ist sehr wenig bitter und mansollte durchaus Ilerba nicht Radix Polygalaea m. verordnen, wobei wir wiederholt bemerken mü-fsen, dafs vorzugsweise durch das Verlangen einerWurzel die häufige Verwechslung dieser Pflanze mitden fast ganz unvenvirksamen Wurzeln von Pol.vulgaris oder P. major Jacq., deren Wurzel wirebenfalls geschmacklos finden, entstanden ist.
Die chemischen Bestandlheile sind noch nichtnäher erforscht. Der kalte, Wäfsrige Aufgufs wirdvon salzsaurem Eisenoxit braun verdunkelt (Gei g er),
Abbildungen.
Reichenbach 1. c. tab. 22.
Erklärung der Tafel.
1. Die blühende Pflanze, nach einem von HerrnProfessor Koch gütigst mitgetheilten Exem-plar.
2. Eine Blütlie von der Seite gesehen.
3 . Dieselbe mit zurückgeschlagenem Flügel.
4. Der Fruchtknoten mit dem Griffel, (diese dreiFiguren vergröfsert dargestellt).
5 . Die Frucht mit den Kelchflügeln, in natürlicherGröfse.
6. Dieselbe Figur vergröfsert.
7. Die Frucht, das eine Fach ist geöffnet, um denSaamen zu zeigen.