Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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Die Blätter stehen abwechselnd aufsehr kur-zen Blattstielen und sind einfach aus zwei Fieder-blätlchen zusammengesetzt (folia binata vel gemi-nata); die Blättchen sind sehr kurz gestielt, eiför-mig-länglich, lang zugespilzt, am Grund ungleich,ganzrandig, immergrün, vollkommen glatt unddurchsichtig punctirt.

Die Bliithen bilden wenig blüthige Dolden-trauben an der Spitze der Zweige und in den Win-keln der oberen Blätter; die Deckblättchen sindhinfällig; die Blüthenstiele schwach behaart.

Der Kelchsaum besteht aus vier oder fünf ab-fallenden filzigen und warzig-drüsigen Blättchen.Das glockenförmige Kelchrohr bleibt stehen.

Die weisse ßlumenkrone besteht auszwei grösseren oberen, zwei kleineren ovalen, etwasgebogenen seitlichen und aus einem viel kleinerenkielförmigen unterem Blumenblatt.

Die zehn Staubgefasse sind länger alsdie Blümenkrone; die Staubfäden sind fadenförmig,glatt ; die Antheren sind linienförmig, an beidenEnden ausgerandet und gelb.

Der Fruchtknoten ist laug-gestielt, etwasschief und zusammengedrückt, glatt und enthältgewöhnlich achtzehn Eierchen, die der einen Nathansitzen.

Die Hülse ist fest, flach, länglich, stumpf, inder Mitte etwas schmäler, glänzend-braun, mit sehrkleinen Harzbehältern bedeckt und gleichsam cha-grinartig. Das mehlig-fasrige Mark schliesst vierbis sechs grosse, bohnenförmige dunkelbrauneSaa-men ein, welche am Nabel mit einem Anhang (stro-phiola) versehen sind.

Die Cotyledonen sind gross, fleischig, ringsummit einer Furche bezeichnet; das Würzelchen liegteiugeschlossen an der von dem Nabel abgewende-ten Seite.

Von dieser schon lange bekannten Art derGattung Hy menaea unterscheidet Hay ne in sei-ner schönen Monographie an dem o. a. O. nochfolgende Arten:

1. llyrnenaea venosa Vahl aus Cayenne;die Blättchen sind ungleichseitig, länglich,lang und stumpf zugespitzt, am Grunde gleich.(H. 1 . c. tab. VI.)

2. II. con ferti fl ora Mart, aus Brasilien; dieBlättchen sind eyförmig, sonst denen dervorhergehenden ähnlich. (H. 1 . c. tab. 8.)

3 . H. confertiflora. H. aus Brasilien; dieBlättchen sind ungleichseitig, länglich, kurzzugespilzt, am Grunde ungleich. (H.l. c. tab. 9.)

4. H. stilbocarpaH. aus Brasilien; die Blät-ter wie bei der vorhergehenden Art, die Hülseist fast walzenförmig, stachelspitzig, fast glattund glänzend. ( H. 1 . c. tab. 11. Scheint unsvon der vorhergehenden Art kaum verschieden.)

5 . H. Candolleana Kuntli aus Mexico; dieBlättchen ebenso, aber an der Spitze ausge-randet. (H. 1 . c. tab. 12.)

6. H. stigonocarpa Mart, aus Brasilien; dieBlättchen sind halbherzförmig-länglich, un-gleichseitig stumpf, an der Basis ungleich. DieHiilse ist schwach zusammengedrückt, matt,weiss punctirt. (H. tab. i 3 .)

7. H. Olfersiana H. aus Brasilien; die Blättchen

sind ungleichseitig, länglich-stumpf, am Grundeungleich und an den untern Blättern halbherz-förmig. (H. tab. 14.) '

8. H. Marti an a H. aus Brasilien; die Blättchensind fast elliptisch, ungleichseitig, ausgerandetund am Rande sehr ungleich. Die Dolden-trauben sind gipfelständig. (H. tab. i 5 .)

9. II. Sellowiena H. aus Brasilien; die Blätt-chen sind ungleichseitig, oval-länglich, ganzstumpf und am Grunde ungleich. (H. tab. 16.)

(Bei den drei letzten Arten sind die Blätterunten zottig-filzig.)

10. H. latifolia H. aus Brasilien; die Blättchen

sind fast gleichseitig, eyrundlich, stumpf,

am Grunde gleich. (H. tab. 7 .)

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Abbildungen.

Hayne. Getr. Darst. XI. tab. 10.

Erklärung der Tafel.

1 . Ein blühender Zweig, nach Hayne.

2. Ein Kelchblättchen.

3 . Die zwei seitlichen und das untere Blumenblatt.

4. Ein Staubgefäss aus einer Knospe genommen.

5 . Dieselben, vergrösserl.

6. Das Kelchrohr mit dem Fruchtknoten.

7. Der Fruchtknoten, der Länge nach geöfFnet.

8. Die Eierchen, vergrössert.

9. Der Griffel mit der Narbe. v

10. Die reife Frucht.

ti. Ein Stück derselben, derLänge nach aufgeschnitten.

12. Ein Saamen.

1 3 . Derselbe im Querschnitt.

14. Der eine der Cotyledonen mit dem Würzelchen.

1 5 . Das Würzelchen vergrössert.

16. Dasselbe im Querdurchschnitt.

17. Dasselbe der Länge nach durchschnitten.