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Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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Phaseolus tumidus Say i

(W e i f s e Feldbohne.)

Phaseolus tumidus.

Char. Spec,

Ph. Annuus, caule erecto , vel subvolubili hispidulo;foliolis ovatis acutis hirsutiusculis ; racemisfolio brevioribus; leguminibus rectiusculissubtorulosis mucronatis pendulis; semine ova-to-oblongo turgido semper albo, (bracteolis

erectis). . . . . . . . .Savi Diss. Mem. 111. p. iy.

Phaseolus nanus. Auct. pl. nec Linnaei.

Diese Bohnenart, die in unsrer Gegend beson-ders häufig auf Aeckern angebaut wird, und vonder man vorzugsweise die weifsen getrock-netenSaamen benutzt, bat ohne Zweifel gleichesVaterland mit der vorhergehen Art.

Wir unterscheiden sie durch die oben angege-benen Merkmale der Diagnose. Aufserdem ist derStengel niedrig, selten rankend und stärker behaart.

Die Blätter sind ebenfalls mit zahlreichenund längeren, aber nicht so anhängenden Haarenbekleidet.

Die Blüthen sind zwar, wie überhaupt beialle den so nahe verwandten cultivirten Arten, de-nen der vorhergehenden Art ganz ähnlich, nursind die Deckblättchen aufrecht.

Die Hülsen sind ganz gerade, ziemlich starkaufgetrieben - rundlich, an 5 Zoll lang und einenhalben Zoll breit. Die Saamen sind kürzer, dickerund am Nabel nicht so stark eingezogen als die dervorhergehenden Art.

Braconnot unterwarf in der neuesten Zeit dieSchminckbohnen und Erbsen einer chemischen Un-tersuchung und entdeckte darin ein den Saamen derLeguminosen eigenthümliehen Stoff, den er Le-gumin nennt. Dieser Stoff scheint uns dem Kle-ber und Eiweifs verwandt. Er setzte sich in demWasser, aus dem sich das Salzmehl abgelagert hatte,in Gestalt eines schleimig - häutigen Körpers ab ; erist in sehr stark verdünnten Pflanzensäuren löslich,wird aber durch Mineralsäuren daraus gefällt, indem

er mit diesen schwer lösliche Verbindungen eingeht,ln sehr verdünnten alkalischen Lösungen ist das Le-gumin leicht löslich. Kohlensaurer Kalk und selbsthartes Brunnenwasser bilden damit ein unlöslichescoagulum, woraus sich erklärt, warum die Hülsen-früchte mit gewöhnlichen Brunnenwasser gekocht,nicht weich werden. Dieser Stoff enthält Stikstoflin seiner Mischung und man darf ihm, wie demKleber der Getraidearten, vorzugsweise die nähren-den Eigenschaften der Hülsenfrüchte zuschreiben.Die Schminckbohnen enthalten von diesem Legu-min 23 p.C. mit Stärkmehl, eine nur im Was-ser, nicht im Weingeist lösliche stikstoffhaltige Ma-terie mit Spuren von Fett und Schleimzucker. (Ann.de Chimie XXXIV. p. 68. Brandes Archiv.XXIV.p. 106.)

Anm. Von dieser hier beschriebenen Art mufsman Ph. nanus Lin. (Ph. compressus var.humilis Savi unterscheiden: Die ganze Pflanze

ist fast glatt; die Hülsen sind viel länger und brei-ter, etwas gekrümmt, sehr flach; eben so sindauch die Saamen viel mehr zusammengedrückt.Diese sind übrigens ebenfalls weifs, und könnenwie die der hier beschriebenen Arten benutzt werden.

Die übrigen Arten der Gattung Phaseolus, wel-che wir nur einzeln unter den gewöhnlicheren (demPh. vulgaris, Ph. tumidus und Ph. compres-sus) cultivirt finden, zeichnen sich leicht durchdie Gestalt der Hülsen und die Form und Farbeder Saamen aus. So hat Ph. sphaericus Savieiförmige, sehr stark gewölbte, fast kugelige, grau-