Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Das Vaterlanddieser neuen Gurkenart istnoch nicht bekannt.

Die einjährige W urzel entwickelt mehreresehr lange niederliegende ästige etwas eckige undmit langen Haaren besetzte Stengel.

Die Blätter stehen auf sehr langen rundenrauhaarigen Blattstielen ; das Blatt selbst ist amGrund undeutlich - herzförmig, tief-dreilappig mitgrösserem in die Länge gedehnten Mittellappen,die beiden Seitenlappen sind wieder zweilappigund der Mittellappen ist dreilappig; alle Abthei-lungen sind tief-buchtig und ganz stumpf-gezahnt.Die untern Blätter sind sehr gross, an g Zoll langund fast eben so breit, die obern werden allmäh-lig viel kleiner länger-zugespitzt, alle sind blassgrau, oben schwach behaart, unten besonders anden Nerven mit langen Haaren besetzt.

Die männlichen Blüthen entwickeln sichin den obern Blattwinkeln und sind von sehr kleinenBlättern als Deckblättern unterstützt. Die Blüthen-stiele sind ungefähr einen halben Zoll lang undso wie die Spitze des Stengels zottig-behaart.

Das glockenförmige Kelchrohr ist ebenfallsbehaart, die Abschnitte sind linienförmig, sehr schmal,kaum kürzer als die Blumenkrone.

Die Blumenblätter sitzen auf dem Kelch-rohr und hängen am Grund kaum zusammen, siesind eiförmig stumpflich, ausgebreitet, gelb mitdrei starken grünen behaarten Rückenrippen. Diedrei Staubgefässe führen grosse gewundene Anthe-ren, von denen zwei doppelt sind, (also fünfStaubgefässe, von denen zwei verwachsen.)

Die Av ei bliche Blüthe steht unterhalb dermännlichen ebenfalls in den Blattwinkeln und

zeichnet sich besonders durch den eiförmigen mit

»

langen Aveissen Zottenhaaren bekleideten unterenFruchtknoten aus. Die Narbe ist kopfförmig, stumpf-dreilappig. Auf dem Blumenboden stehen fünfSpitzchen, als Rudimente der Staubgefässe. Diedrei (oder seltner zwei bis vier) Fächer zeigenhier eine deutliche Sonderung, so dass sie nuran dem Rücken der äussern Fruchtschale ansitzen.

Die reife Frucht ist oval, ungefähr sieben Zolllang und von fünf Zoll im Durchmesser; die Frucht-schale ist aussen ganz glatt, bei der Reife dunkel-grau mit schwachen Aveisslichen Puncten; das Fleischist weiss und sehr saftig, von durchdringend - und

anhaltend-bitterem Geschmack. Die zahlreichenSaamcn sind verkehrt - eiförmig, flach, am Randstumpf, Aveder verdickt noch verdünnt, 45 Linienlang und 3 Linien breit; die Dicke der fast holzigenSaamenschale, die im frischen Zustand mit einemsehr zarten durchsichtigen Häutchen (pellicula)locker bedeckt ist, ist aussen kaffebraun mit dunk-leren Puncten. Unter der zarten Aveissen Innen-häut liegt ein Embryo von der Gestalt desSaamens;die fleischig öligen Cotyledonen liegen flach aufeinander; das Würzelchen ragt etAvas vor und istnach dem Nabel (dem schmälern Theil des Saa-mens) zugekehrt.

Wir nehmen diese Pflanze ihrer so sehr bitterçn Früchte wegen hier auf, weil sie vielleicht dieColoquinten ersetzen könnten. Auch im (sorgfältig)getrockneten Zustand ist das Fleisch dieser Früchtesehr bitter und eben so auch das daraus bereitetegeistige Extract. Die nach Herberger versuchteDarstellung des Colocynthin wollte uns aber nichtgelingen.

Erklärung der Tafel.

A. i. Ein Zweig mit männlichen und weiblichen

Blüthen.

2 . Ein grosses Blatt.

3. Eine männliche Blüthe.

4* Dieselbe vom Rücken gesehen.

5. 6 . Zwei Staubgefässe.

7 . Ein anderes, vom Rücken gesehen.

8 . Eine weibliche Blüthe.

g. Dieselbe, ohne die Blumenkrone.

10 . Ein Theil der Narbe von unten gesehen und

vergrössert.

11. Der Griffel ohne die Narben.

12 . Der Fruchtknoten, quer durchgeschnitten

und vergrössert.

13. Der Saame in natürlicher Grösse.

14. Der Saamenkern.

15. Der Embryo.

16 . Derselbe mit einem Cotyledon und dem

Knöspchen gezeichnet und vergrössert.

B. l. Die Frucht in natürlicher Grösse.

2 . Ein Durchschnitt derselben.

3. Die Frucht der Cucumis Citrullus (Was-

sermelone.)