Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Die Blüthenstielchen sind ungefähr einenhalben Zoll lang, glatt und am Grund mit sehrschmalen hinfälligen Hüllblättchen versehen.

Der kleine glockenförmige glatte grüne Kelchhat fünf sehr kleine Zähne.

Die Blumenblätter sind zurückgcschl agen,von der Länge des Kelchs, stumpf-zugespitzt, weifs,mit einer auf der oberen Seite hervortretenden Mit-telrippe.

Fünf aufrechte glatte Staubfäden sindmit den weifsen auf dem Rücken angehefteten An-theren ungefähr so lang als die Blumenblätter.

Vier der fünf Griffel stehen aufrecht und ha-ben dieselbe Länge.

Die Narben sind von der Spitze des Griffelskaum verschieden.

Der Fruchtknoten ist fünffächerig.

Die Frucht ist eine runde oben etwas flachesaftige dunkelviolette fiinfsaamige Beere, (oder einfünffrüchtiges von der fleischigen Kelchrinde umge-benes cremocarpium) von der Gröfse, Gestaltund Farbe der Heidelbeeren (Vaccinium Myrtillus).

Die oben erwähnten Wurzelsprossen sind inNordamerika als ein Surrogat der Sassaparil-Wur-zel im Gebrauch und sollen auch bei uns darunterVorkommen. Wir finden aber wenig Aehnlichkeit.

Unsre getrocknete Wurzelsprosse hat die Stärkeeiner dünnen Feder, ist fast ohne Längsrunzeln,aber mit entfernten Querringen bezeich-net, aufsen aschgrau, innen weifs und von schwam-miger Substanz. Im frischen Zustand ist die Wur-zel etwas scharf, getrocknet aber ganz fade. Etwasähnlicher der Sassaparill ist die eigentliche Haupt-wurzel; sie ist an unserm Exemplar (getrocknet)yon der Dicke einer Feder, durch viele breite Längs-

runzeln und in der blafsgrauen Farbe der Sassa-parill sich nähernd. Im Innern zeigt sich unterder lockeren Rinde ein blafsgelber Ring und einsehr lockeres weifses Mark. Ein Hauptun-terschied von der Lissabonner Sassaparill liegt inden in geringen Entfernungen sichtbaren Gliedernund Ansätzen zu Wurzelsprossen. Etwas Balsa-misches konnten wir aber an der ganzen Pflanzenicht wahrnehmen.

Anm. Die von unserm Freund Martius inder Pharmacognosie p. 137 beschriebene Wurzelscheint uns kaum hierher zu gehören.

Abbildungen.

Rafinesque Med. Bot. I. tab. 8 .

Erklärung der Tafel.

1. Die blühende Pflanze mit einem Theil einerWurzelsprosse.

2. Ein Wurzelblatt.

3. Die Wurzel.

4» Ein Durchschnitt derselben, vergröfsert.

5. Eine Wurzelsprosse.

6 . Eine Blüthenknospe, vergröfsert.

7 . Eine offene Blüthe.

8 . Ein Blumenblatt.

9 . Der Kelch mit den Griffeln.

10 . Der Fruchtknoten im Durchschnitt.

11 . Die Frucht in natürlicher Gröfse.

12 . Dieselbe im altern reifen Zustand.

13. Die Saamen.