Der Dill ist unter den Saaten im südlichenEuropa einheimisch, kommt in Deutschland ver-wildert vor.
Die einjährige Wurzel ist ästig, weifs,riecht wie gelbe Rüben (Daucus Carota).
Der Stengel ist aufrecht mit mehreren langenabstehenden Aesten besetzt, rund, weifs - gestreift,glatt und blau bereift, im cultivirten Zustandedrei bis vier Fufs hoch, im wilden kleiner.
Die runden Blattstiele umfassen den Stengelmit breiten gestreiften ziemlich steifen aufrechtenAveifsgerandeten Scheiden ; die Stengel blättersind drei- oder vierfach - gefiedert (folia decompo-sita), die Blättchen sind sehr schmal, fast rund, fa-denförmig, spitz, ungefähr eine viertel Linie breit,ebenfalls blau-bereift, auf der obern Seite ist einevertiefte Linie.
Die Dolden sind grofs, flach, vielstrahlig undvielblüthig, in allen Theilen ganz glatt, die Hül-len (involucra et involucella) fehlen. Die beson-dern Blüthenstielchen sind vier bis fünf Li-nien lang.
Der Kelch hat einen kaum merklich gezahn-ten Rand.
Die goldgelbe Blumenkrone besteht aus fünfstark eingerollten ganzen und gleichförmigen Blu-menblättchen, deren Spitze abgestutzt und schwacli-ausgerandet ist.
Die Staubgefäfse sind ebenfalls gelb undragen weit zwischen den Blumenblättern hervor.
Der untere Fruchtknoten ist länglich, nachoben etwas breiter, schwach gewölbt, blafs grünmit fünf stumpfen Rippen auf jedem Carpell.
Das Stempelnectarium ist gelb mit zweisitzenden stumpfen Narben.
Die Frucht (das Cremocarpium) ist oval vomRücken flacli-zusammengedrückt; jedes Carpell hatdrei deutliche fadenförmige Rückenrippen (Riefen)von hellerer Farbe, zwei andere schwächere verlau-fen in dem häutigen Flügelrand; zwischen jederRippe ist ein breiter brauner Streifen (Striemen,vitta); die Fuge (commissura) ist flach mit zweiähnlichen Streifen und zwei sehr zarten Gefäfsbün—dein am Rand.
Alle Theile dieser Pflanze zeichnen sich durcheinen sehr starken eigenthümlichen aromatischenGeruch und Geschmack aus. Besonders reich andiesem Aroma sind die eben beschriebenen Früchte,welche unter dem Namen Semen Anethi auchAvieder in unserer neuen Preufsischen Pharma-copoe aufgenommen sind. Der Hauptbestandteilist ein ätherisches Oel, Avelches diese Früchte ent-halten ; man hat ein Loth aus einem Pfund derFrüchte geAvonnen.
Abbildungen.
Oe der Flor. Dan. tab. 1572.
Hay ne Getr. Darst. VII. 17.
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