Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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Die Blü then bilden reichblüthige Doldentraubenan den Spitzen der Zweige; der gemeinschaftlicheBlüthenstiel ist rundlich, dreitheilig mit kreuzweise-gegenständigen glatten steifen Aesten und dreispal-tigen gleichhohen Aestchen ; die Blülhenstiele sindeinblüthig; die Deckblättchen sind klein, schmal,hinfällig. Die Blüthen sind über zwei Zoll lang,blafspurpurroth. Der mit dem Fruchtknoten ver-wachsene glatte Kelch hat einen aus fünf kurzenzugespitzten stehenbleibenden Zähnen gebildetenSaum.

Die präsentirtellerförmige Blumen-krone ist ganz glatt; das Rohr ist walzenförmig,fast einen Zoll lang; der Saum ist in fünf schmalelinienförmige stumpfe abstehende oder später zu-rückgeschlagene Abschnitte getheilt ; diese Abschnittesind ungefähr so lang als das Rohr (nach Swarzetwas länger).

Die fünf Staubfäden sind am Grund desBlumenrohrs angewachsen, fadenförmig, weifs, glattund ragen mit den langen linienförmigen gelbenAntheren weit aus dem Rohr hervor.

Der untere Fruchtknoten ist verkehrt-ei-förmig.

Der Griffel ist fadenförmig, von der Längeder Staubgefäfse. Die Narbe ist kopfförmig mitzwei Furchen.

Die Kapsel ist länglich-keulenförmig, glatt,spaltet sich in zwei Fächer. Die Sa a men sind ei-förmig, flach, mit einer zugespitzten am Grund aus-gerandeten Haut eingefafst und sitzen dachziegel-förmig an einem linienförmigen Saamenhalter ander Spalte der Fuge.

Swarz.

Die Rinde dieses Baums, welcher zuerst vonAnderson auf der Insel St. Lucia entdeckt wurde,kommt unter verschiedenen Namen, als CortexChinae St. Luciae, China Piton, Chinamartinicensis oder China montana vor, istaber nie eigentlich officinell geworden.

Herr Batka, dem wir über die China-Rindenüberhaupt so manche schätzenswerthe Belehrungverdanken, giebt uns von der Lucia-Rinde fol-gende Beschreibung:

Die Rinde kommt in dickeren aber auch indünneren zusammengerollten 10-12 Zoll langen Röh-ren vor, die sich schon oberflächlich betrachtet,durch die dunkle grünlich-braune Färbung auszeich-

nen. Die aufsere Rinde ist grünlich-braun, bei dendünnen Rinden glatt, bei den dicken stark gerissenund oft von dem (verbrannten) Thallus der Stictadamascena schwärzlich angelaufen. Die innereSeite der Rinde ist glatt von grünlicher oder mehrnelkenbrauner Farbe, bastartig mit lichtem Faserndurchzogen, ¿bei den dünnen Rinden sehr fasrig.Der Geschmack ist widerlich, eckelhaft-bitter ; derGeruch fehlt.

Nach Goebels trefflichen Darstellungen kommtdie Rinde auch in flachen Stücken vor; die Farbeist auf der äufsern Seite mehr grau-braun alsgrünlich und der Bast zeigt eine gelbbraune Farbe.Das filtrirte Decoct der Rinde hat nach Batka(a. a. 0 .) eine rothbraune Farbe, ist durchsichtig undriecht nach Pflaumenmufs; es röthet das Lackmus;die Gallustinktur und die Leimlösung bringen keineVeränderung hervor; der ßrechweinstein erzeugteine starke Trübung, das essigsaure Blei einen be-deutenden grünlich-gelben Niederschlag, das schwe-felsaure Eisenoxidul eine tintenähnliche schmutzig-graugrüne Trübung; mit kaustischem Kali entstehteine dunkle carminrotlie Färbung, die durch Natronnicht hervorgebracht werden konnte.

Nach Pelletier und Caventou (Journ. dePharm. Marz 1S21) enthält die Rinde ein Pflan-zenalkaloid, Avas von den Alkaloiden derChinarinden ganz verschieden ist undsich mehr dem Emetin nähert. Wir sehen ausallen diesen Eigenschaften, dafs diese Rinde mitden ächten officinellen Rinden nicht zu verwech-seln ist.

Abbildungen.

Lamb. Descr. of the Genus Cinchona, tab. 7.Journ de Phys. 1 . c. tab. 1.

Erklärung der Tafel.

1. Ein blühender Zweig nach Hayne.

2. Eine geöffnete vom Kelch gelöste Blumenkrone.

3 . Der Kelch mit dem Griffel.

4. Ein Staubgefäfs.

5 . Die Narbe, beide Figuren stark vergröfsert.

6. Die Kapsel.

7. Dieselbe geöffnet.

8. Die Saamen, wie sie ansitzen.

9. Ein Saamen besonders.

10. Derselbe vergröfsert.