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Länge von acht Zoll und eine Breite von fünf Zoll.Die hinfälligen, zwischen den Blättern sitzenden Af-terblättchen sind aufrecht, anliegend, grofs, eiför-mig mit einer Mittelrippe versehen, oben glatt, un-ten braun-AVollig.
Die Blättchen bilden an den Spitzen derZweige grofse vielblüthige, dreitheilig-ästige, blatt-lose Rispen. Die Haupt-Blüthenstiele sind kreuz-weise—gegenständig, viereckig und ebenfalls rost-farbig - zottig behaart; die besondern Blüthenstielesind kurz, einblüthig mit kleinen spitzen hinfälligenbehaarten Deckblättchen besetzt.
Der Kelch ist im Verhältnifs zur Blumenkronesehr kurz, glockenförmig, mit fünf sehr kleinen un-deutlichen Zähnchen, aufsen behaart und schmutzig-bluthroth, innen glatt.
Die Blumenkrone ist trichterförmig, leder-artig; das Rohr ist anderthalb Zoll lang, aufsenmit gelblichen Filz bekleidet, innen glatt; der Sa umist in fünf oder sechs Abschnitte gespalten, diesesind lanzettförmig, stumpf, abstehend oder zurück-gcschlagen, innen glatt und von der Farbe desKelchs.
Sechs oder seltner fünf kurze schwach-behaarteStaub faden sind unterhalb des Schlundsso eingefügt, dafs sie mit den Abschnitten desSaums wechseln. Die Antheren sind zweifäch-rig, gelb, an der Basis gespalten und unterhalb ih-rer Mitte ansitzend.
Der Fruchtknoten ist walzenförmig, ab-gestutzt. Der Griffel ist fadenförmig, ebenfallsschwach behaart und mit der zweispaltigen spitzenNarbe kürzer als die Stanbgefäfse.
Die Kapsel ist walzen- oder mehr keulenförmig,bei der Reife braun und gefurcht, ungefähr zwei Zolllang; die beiden Klappen sind doppelt, so dafssich im Trocknen die äufsere lederartige von derinnern trennt; die innern bilden mit ihren einge-schlagenen Rändern die Scheidewände; der Saa-menhalter hängt mit diesen Rändern zusammen;an ihm sitzen die zahlreichen sehr dünnen braun-gelben, mit einem zarten an der Spitze zweizähni-gen Flügel eingefafsten, Saamen, dachziegelförmigübereinander. Pohl.
Die Rinde dieses Baums ist, wie Herr Dr.Pohl entdeckte, die ächte China de Rio-Ja-neiro, die neuerlichst über Triest in den Handelgekommen und von Herrn Batka früher (inTrommsd. N. Journ. VII. 2.) unter dem NamenCascarilla falsa beschrieben worden ist. Siekommt in ziemlich grofsen i 5 -20 Zoll langen Röh-ren zu uns.
Die Oberhaut ist der Länge nach aufgeworfen-runzlig, rehfarbig mit weifslichen Flechten bedeckt;unter dieser leicht abzulösenden Oberhaupt liegt einedichte harzige anderthalb Linien dicke Schicht, inder man zuweilen eine gelbliche crystallinische Sub-stanz, wie bei der China nova, findet. Die innereFläche ist rothbraun, glatt, doch nicht so holzig undfest, wie bei der obengenannten Sorte. Batkavergleicht das Ansehen der Oberhaut mit der Rindevon Acer campestre.
Der Geschmack der Rinde ist nach Buch-ner bitter, adstringirend chinaartig, nach Batka,der wahrscheinlich dünnere Röhren hatte, minderbitter.
Das mit kaltem Wasser bereitete Infusum istgelbröthlich und reagirt sauer. Mit schwefelsauremEisen- und Kupferoxid entsteht eine grüne Farbe;mit Bleizucker ein schmutzig-bläulich rother (nachBatka röthlich-grauer) Niederschlag. Mit Gallus-tinktur und mit Ammonium wird keine Veränderungerzeugt.
Das Decoct ist nach Batka warm braunroth,nach dem Erkalten stark getrübt. Nach einer che-mischen Analyse, die sich in den angeführtenSchriften der Lissabonner Akademie findet, enthältdie Rinde ein Pflanzenalkaloid. Wir möchten übri-gens mit Buchner annehmen, dafs dieses von Cin-chonin und Chinin wesentlich verschieden seynmüsse, schon weil es von Gallustinktur nicht gefälltwird. Es steht daher diese Brasilianische China-Rindeder ächten Peruanischen wahrscheinlich in Rück-sicht ihrer Wirksamkeit bedeutend nach.
Abbildungen.
Pohl 1 . c. tab. 8. (ic. pulcher, hic. rep.)
Erklärung der Tafel.
1. Ein blühender Zweig, nach Pohl Pl. Bras.
2. Die Blumenkrone geöffnet, in natürlicher Gröfse,
3 . Eine Anlhere, von vorn,
4 . Dieselbe, von hinten,
5 . Dieselbe von der Seite gesehen, (alle diese Fi-guren stark vergröfsert).
6. Der Fruchtknoten mit dem Kelch und demGriffel.
7. Dieselbe Figur, ohne den Kelch.
8. Der Fruchtknoten im Querdurchschnitt, ver-gröfsert.
g. Die Frucht, von der äufsern Hülle befreit.
10. Dieselbe in den beiden Klappen geöffnet.
11. Der Saamenhalter mit den Saamen.
12. Der Saamenhalter besonders.
1 3 . Ein Saamen, vergröfsert.