Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Die BIu men krone ist grofs und ansehnlich;das nur wenig erweiterte Rohr ist2 Zoll lang; derBlumensaum ist flach (tellerförmig-) ausgebreitet über2 Zoll im Durchmesser breit; die Lappen sind abge-rundet und ausgerandet; die Farbe ist ein schönesGranatroth.

Die Staubfäden sind an der Basis der Blumenkroneangewachsen, ganz glatt; sie ragen mit dem länglichenAveifsen Staubbeutel aus dem Schlund hervor.

Der Fruchtknoten ist glatt, zweifächrig undvon einer ringförmigen Scheibe umgeben; der Griffelist so lang als die Staubgefäfse; die beiden Narben sindkopfförmig, rund, drüsig von weifser Narbe.

Die Wurzel wird nach dem Bericht von Hrn. Dr.Schiede als Jalapa - W u rz e 1 (Purga der Mexikaner)gegraben. Wir besitzen ein kleines hier abgebildetesStückchen, welches aufsen schwärzlich-grau und sehrrunzlig, innen aber weifs ist. Nach Hrn. Prof. Wen-deroth kommt diese Wurzel gut mit unserer offici-nellen Jalapa überein. Nach Schiede sind die Knol-len bald mehr rundlich, bald mehr länglich; im fri-schen Zustand sind sie weifslich, mit einem klebrigen-etwas scharfen Saft erfüllt. Man spaltet nur die grös-seren Knollen und trocknet sie in einem Netz über demFeuerheerd, wodurch sie ein rauchiges (rufsiges) An-sehen und Geruch erhalten. Die Indianer bringen dieseWurzel nach Jalapa zum Verkauf, von wo sie überVeracruz ausgeführt wird.

Da die Ipomoea Jalapa Desf. (S. tab.197 et 98 d. W.) in den wärmeren Gegenden von

Mexiko einheimisch ist, so ist es demnach sehrwahrscheinlich, dafs Avir die Jalapa von diesen bei-den ganz verschiedenen Arten erhalten und Avirdürfen Avohl hoffen, dafs uns Schiede noch näherüber diesen Gegenstand belehren ivird.

Anm. Wirmüssenhier auf Buchners interessanteUntersuchung des Jalapenharzes (Resina Jalapa)aufmerksam machen, nach der dieses Harz aus einemmehr basischen und einem mehr säuern Harz besteht;der erstere Bestandteil ist bei Aveitem der gröfsere An-teil und zugleich das Avirksame Princip. (S. Buchn.Repert. XXXVII.)

Erklärung der Tafel.

1. Ein Stück des blühenden Stengels.

2. Ein Stückchen der getrockneten Wurzel, von, ' der äufsern,

3. dasselbe von' der innern Seite.

4. Ein Blüthenstiel mit drei Blüthenknospen.

5. Der Kelch.

Ein äufseres Kelchblättchen.

Ein inneres, in natürlicher Gröfse.

Ein Staubgefäfs von vorn,

g. Dasselbe von hinten gesehen.

10. Der Pollen, unter Wasser betrachtet.

11. Der Fruchtknoten mit dem Griffel.

12. Die Narben; alle diese Figuren von Fig. 8. an,stark vergröfsert.

13. Der Fruchtknoten, im Querdurchschnitt.

6 .

7-

8 .