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Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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Zahnen eingeschnitten und etwas wellig-gebogen.Nach oben werden die Blätter kleiner und kürzergestielt* an der fruchttragenden Pflanze sind in derNähe der Früchte ähnliche gestielte und grobge-zahnte Blätter.

Die Blüthen sitzen fast ohne Stiel an denSpitzen des Stengels und der Zweige in den Blatt-winkeln und bilden, wie diess bei dieser Gattunggewöhnlich ist, eine spiralförmig gekrümmte Aehre,die nach der ßlülhe eine lange Fruchtähre, vonBlättern unterstützt, bildet.

Der Kelch ist trichterförmig, an seinemSchlund viel weiter als das Blumenrohr, mit fünfeiförmigen spitzen Zähnen versehen und ebensowie die Blätter zottig-behaart.

Die trichterförmige Blumenkrone ist längerals der Kelch, aussen weichhaarig, innen glatt,blass-gelb mit dunkel - violettem Schlund; sie istetwas kleiner als die des H. niger; der Saum istin fünf abgerundete. Lappen gespalten, von denendie unteren kürzer und kleiner sind.

Die Staubgefässe ragen aus dem Schlundhervor. Die Staubfäden sind an der untern Hälftedes Blumenrohrs angewachsen und daselbst behaart,sonst glatt und violett. Die Staubbeutel sind gross,weiss, zweifächrig, auf dem Rücken angeheftet.

Der Fruchtknoten ist eiförmig, glatt, zwei-fächrig mit zahlreichen kleinen Eierchen, die anden mit der Scheidewand verbundenen Saamen-haltern ansitzen. Der Griffel ist so lang als dieStaubgefässe, glatt, blass - violett mit kopfförmigerNarbe.

Die reifen Früchte sind etwas länger ge-stielt, und von den ausdauernden vertrocknetensteifen Kelchen umgeben.

Die Kapsel öffnet sich leicht mit ihrem Deckelund enthält zahlreiche kleine sehr runzlige nierenförmige blassbraune Saamen, die an dem an derhäutigen Scheidewand befestigten Saamenhalter an-sitzen.

Die ganze Pflanze zeigt einen dem schwarzen

Bilsenkraut ähnlichen narkotischen Geruch, doch

scheint sie uns in medicinischer Wirksamkeit jenem

Kraute nachzustehen.

Anm. Seit kurzer Zeit kommt in den botanischenGärten eine neue sehr nahe verwandte Artvon den canarischen Inseln, Hyoscyamuscanariensis Kerr vor. Diese Art istnur im Herbst im fruchttragenden Zustandgut zu unterscheiden. Die Blätter in derNähe der Früchte sind länglich, ganzrandig,und die Kelche zeichnen sich durch die vielbreiteren und ausgebreiteten Zähne sehraus. Wir haben deshalb zum Vergleich einensolchen fruchttragenden Zweig des H. ca-nariensis unsrer Tafel beigefügt.

Abbildungen.

Blackw. Herb. tab. tu.

Plenk. Jeon. pi. med, tab. 98.

Erklärung der Tafel.

1 * Ein Ast der blühenden Pflanze.

2. Ein anderer mit Früchten und Blüthen.

2. b. (c.) Ein unteres Stengelblatt.

3 . Eine Blumenknospe.

4 . Eine ganze Blüthe.

5 . Die Blumenkrone geöffnet.

6. Der Fruchtknoten mit dem Griffel vergrössert.

7. Die Staubbeutel von vorn und vom Rücken

gesehen.

8. Ein Kelch mit der Frucht.

g. Dieselbe geöffnet, um die Kapsel zu zeigen.

10. Der Deckel der Kapsel von der innern Seite ge-

sehen.

11. Die Kapsel, der Länge nach gespalten.

12. Der Saamen, vergrössert.