die Gröfse ist verschieden, an den im Topf ste-henden blähenden Pflanzen sind die gröfsern mitdem Blattstiel 9 Linien lang - und 6 Linien breit.
Die Blüthen bilden an den aus Smyrna er-haltenen und an den im freien Land cultivirtenExemplaren gröfse, vielblüthige, dreitheilig-ästige,fast gleich hohe Doldentrauben; im Topf ist diePflanze armblüthig.
Die Blüthenahrchen sind kurz gestielt,stumpf, viereckig, vier bis fünf Linien lang. DieDeckblättchen liegen in vier Reihen dachziegelför-mig übereinander, sind eiförmig, stumpf abgerun-det, stark behaart und gevvimpert.
Der Kelch unter diesen BraCteen besteht auseinem abgerundeten, oben etwas ausgerandeten,schwach behaarten Blättchen, welches amRand nach unten einwärts gefaltet istund die ßlumenkrone am Grund umfafst.
Die Blumenkrone ist trichterförmig, weifsund ragt mit dem obern Theile des Rohrs und demBlüthensaum hervor; dieser Saum ist in vier un-gleiche Lappen gespalten von denen der oberebreiter und etwas ausgerandet ist und die Ober-lippe darstellt; die drei unteren sind fast gleich,eiförmig, stumpf, alle rollen sich am Rande nachunten zurück und erscheinen dadurch mehr spitz.
Die vier Staubfäden sind glatt, weifs undragen weit über die Blùmenkrone hervor; dieStaubbeutel sind gedoppelt (didymae).
Die vier Fruchtknoten sitzen auf einer sehrkurzen kleinen Scheibe (gynobasis). Der Griffel istlänger als die Staubgefäfse, glatt, mit zwei spitzenNarben.
Die kleinen Früchtchen sind eiförmig,glatt, blafsbraun.
Die Blüthen riechen stark und angenehm aro-matisch, unserm Majoran einigermaafsen ähnlich. Siestellen gegenwärtig die Flores Origani creticivor, wie ich sie selbst aus Leipzig und aus vielenOfficinen verschiedener Städte dafür erhalten habe.Der einzige Unterschied, den wir an den im Handelvorkommenden Blüthen bemerken, ist der, dafs dieAehrchen weniger behaart und etwas länger sind.
Anm. Wir haben lebende Pflanzen, die wiraus Saamen, den Herr Sieber aus Creta brachte,erzogen, und die im freien Lande blühten, miteinem getrockneten Exemplar aus Smyrna ganzübereinstimmend gefunden. — Wenn die Pflanzeaber im Topf gezogen wird, so verändert sie ihrenHabitus auffallend, wird zu einem sehr unregel-mäfsigen, huschigen Strauch und trägt jetzt nur arm-blüthige Doldentrauben, oft sogar einzeln stehendeund minder behaarte Aehrchen, so dafs man siekaum mehr erkennt.
Von den Blüthen des ächten Origanum cre-ticum Lin., welches wir früher in diesem Werkmitgetheilt und wohin wir jetzt als Synonym dasOr. hirtum Link ziehen möchten, sind dieseBlüthen schon durch den ganz anders gebildetenKelch hinlänglich verschieden.
Erklärung der Tafel.
1. Die blühende Pflanze, wie sie im ersten Som-mer, aus Saamen erzogen, blühte.
2. Ein blühender Zweig, der schon einige Jahreim Topf gehaltenen Pflanze.
3 . Ein Blüthenahrchen in natürlicher Gröfse.
4 . Ein unteres -
5 . Ein oberes Deckblättchen.
6. Dasselbe mit dem Kelchblättchen.
7. Das Kelchblättchen von der äufsern Seite nochstärker vergröfsert.
8. Der Kelch mit der ganzen Blüthe.
9. Derselbe mit vier Fruchtknoten.
10. Der Saum der Blumenkrone, von oben ge-sehen.
11. 12. i 3 . 14. Die Staubbeutel mit verschiedenerRichtung der Staubfächer; alle Figuren eben-falls stark vergröfsert.
1 5 . Blätter von verschiedener Gröfse an derselbenPflanze.
16. Ein Stückchen eines Blatts, vergröfsert, um dieDrüsen zu zeigen.