sic sind an der Spitze in find’ kurze stumpfe Zähnegespalten und auf dem Rücken ganz mit gestieltenDrüsen besetzt; diese Drüsen bestehen aus einemröthlichen dicken Stielcben und einer weifsen kopf-förmigen Drüse.
Die trichterförmige Blum en krone batein glattes Blumenrohr, Avelches noch einmal solang ist, als der fest anliegende Kelch; der Saumist in fünf ovale stumpfe Lappen gespalten. Vorder Entfaltung liegen diese Lappen in gedrehterLage übereinander, auch zeigt sich deutlich, dafsdiese Blumenkrone aus fünf verwachsenen Blumen-blättern gebildet ist.
Die Stau"bfäden sitzen auf der äufsern Seiteeiner drüsigen stumpfen Scheibe (torus), dieeinenHonigsaft absondert und d e n F r u c h l-k noten umgiebt; sie sind glatt und von derLänge des Blumenrohrs. Die Anthercn sind zwei-fächerig, auf dem Rücken angeheitet, au der Basisetwas gespalten.
Der Fruchtknoten ist eiförmig, glatt, cin-fächerig, mit einem an einem freien, langen, ausder Mitte aufsleigenden und gekrümmten Samen-halter ansitzendeu Eichen. Der Griffel ist be-haart, von der Länge der Staubfäden; er spaltetsich in fünf fadenförmige mit weifsen Drüsenhaa-ren besetzte Narben.
Die Frucht kommt bei uns nicht zur Ausbil-dung, weil die Pflanze erst im November ihre ßlü-then entwickelt, welche deshalb auch nur in einemsehr schönen Spätherbst zur völligen Ausbildunggelangen. (Bei Plumbago miera nth a Led. se-hen wir eine an der Spitze in fünf Zähne aufsprin-gende Kapsel, mit einem eiförmigen, nach obenlang zugespitzten Samen).
Die Wurzel ist die Radix Plumbaginisder Officinen, die aber bei uns nur selten Anwen-dung findet; in Frankreich aber gebraucht manaufser der Wurzel auch die Blätter dieser Pflanze.Die Wurzel ist getrocknet, anisen bräunlich-grau,mit zahlreichen feinen Längsrunzeln; innen be-merkt man unter einer dicken grauen Rinde einengelblichen feinstrahligen Holzkörper. Der Geschmackist sehr adstringirend, etwas scharf und süfslicli. Die■wildgewachsene Wurzel mufs viel schärfer seyn ; siesoll frisch die Haut schwärzlich färben, was wir ander unsrigen aber nicht bestätigt fanden. In che-
mischer Hinsicht zeichnet sich diese Wurzel nachDulong d’Astaforl durch einen flüchtigen sehrscharfen krystallinschen Bestandlheil (das Plumba-gin) aus; sie enthält aufserdem noch einen eigen-t h ii m 1 i c h e n fetten bleifarbigen Farbe-stoff (der wohl der culivirten Wurzel fehlt) undGallussäure. (Journ. de Pharm. XIV.)
I
Anm, Plumbago 1 a p a t h i f o 1 i a \V i 11 d.,eine sehr ähnliche Art, unterscheidet sich nach un-sern lebenden Exemplaren durch den Mangel derstumpfen Stachelspilzen auf den oberen Blätternund durch eine viel blässere weifslich-violetteBlumenkronc mit schmälern lanzettför-migen und gekielten Saumlappen. Dadiese Art, die im Orient einheimisch seyn soll,häufig statt der Pl. europaea in unsern Gärtenvorkommt, und bisher noch nicht gehörig unter-schieden war, so wollten wir hier beide nach le-benden Exemplaren darslellen, um die Unterscheidungzu begründen; zudem besitzen gewifs beide so naheverwandte Arten gleiche Wirksamkeit.
Abbild unge n.
Sibth. Flora graeca, tab. 191.
Plenk. Plant, med. tab. q5.
Erklärung der Tafeln.
A. t. Ein blühender Ast von Plumbago europaea.
a. 3- Stengelblätter.
4. Eine Blüthenknospe.
5. Eine offene Blüthe mit dem Kelch.
G. Die Blumenkrone, geöffnet und \ergröfsert.
7. Der Fruchtknoten mit dem Griffel und ei-nem Staubgefäfs, vegröfsert.
8. Ein Staubbeutel.
р. Der Kelch.
10. Der Fruchtknoten mit den Eichen.
11. Ein Stück Blatt mit den Spitzchen, ver-gröfsert.
12 . Ein anderes mit den Schüppchen.
a. Plumbago lapathifolia W.
b. Eine Blüthe.
с. d. Blätter.
B. Die Wurzel, die unteren und mittlern Stengel-
blätter und die Durchschnitte der Wurzelvon Plumbago europaea.