Die jungen Zweige sind schwach behaart undgrün.
Die Blätter stehen überhängend auf sehrlangen stielrunden gestreiften glatten Blattstielen;sie sind am Grund etwas herzförmig ausgerandet,am Rand schwach huchtig ausgeschweift, und ineine sehr lange schmale SpiLze ausge-dehnt; sie sind mit parallelen Nerven und einemsehr zarten Adernetz geziert, ganz glatt, oben dun-kel grün und glänzend; der Blattstiel ist ungefährso lang als das Blatt ohne die Spitze, diese hatfast die halbe Länge des Blatts; die Grösse derBlatter ist verschieden, die mittlem sind ohne denBlattstiel 5 —6 Zoll lang und 4 Zoll breit. An derSpitze der Zweige steht eine zugespitzte grüneKnospe aus fast gleich grossen sich umwickelndenSchuppen gebildet, in deren Innerem die Blättchentutenförmiit aufgerollt stehen.
u o
Die Früchte stehen sitzend einzeln oder zuzwei in den Blattwinkeln, ln der Jugend sind siegrün, an der Spitze geschlossen und fast ganz vonden drei Deckblättchen eingeschlossen. Im reifenZustand sind sie rund, etwas grösser als Erbsen,saftig, purpurfarbig und an der Spitze mit dreistumpfen sich deckenden Schuppen geschlossen.Im Innern stehen an dieser Stelle mehrere gegen-ständige und übereinander liegende Schüppchen.Die kleinen ßlüthehen bedecken die ganze innereWandung. Wir konnten nur weibliche bemerken.Drei bis fünf kleine zugespitzte Schuppen bildendie Blüthenhülle. Der kleine glatte Fruchtknotenträgt einen seitlich ansitzenden Griffel mit zweikurzen Narben.
Auf diesem Feigenbaum und wahrscheinlichauch auf mehrern andern, besonders auf F. in-dica Kerr lebt an den Ufern des Ganges dieLacks child lau s (Coccus lacca K. C. Ficus Fahr.S.Nees et E b. Handb. p. 351 .) und zwar in so gros-ser Menge, dass die jungen Zweige nach roth be-stäubt erscheinen. Der ausgetretene Milchsaft be-deckt diese Insecten und stellt getrocknet, wenner mit den Zweigen gesammelt wird, das Stock-
lak Lacca in baculis und wenn er zerkleinertist, das Körnerlak Lacca in granis dar. Bei-de Stolle bestehen aus dem Harz der Feigenbäumeund dem rothen extracliven Farbestoff, der derGattung Coccus eigenthümlich ist. Das von die-sem rothen Stoff gereinigte. Harz ist unter demNamen Schellak (Lacca in tabulis) bekannt, DasHarz der Feigenbäume enthält ausser Harz undWachs noch ein schwerlösliches Weichharz (Vogel-leim) und Kautschuck und wir sind überzeugt,dass sich diese Stolle oder doch einer derselbender Voitelleim auch in dem Körnerlak findet. —Wenn man angegeben findet, dass sich auch aufRhamnus Jujuba und andern nicht harzführen-den Bäumen Lack bildet, so ist diess wohl ein lrr-thum. Vor der Hand dürfen wir nur die ostin-dischen Feigenbäume als Mutterpflanzen des ofli-cinellen Lacks betrachten.
Anm. Unter Ficus indica verstehen die ver-verschiedenen Autoren verschiedene Arten;der Fi. indica Kerr, ist wahrscheinlich F.b en g al e usis Vahl.
A b b i l d u n g.
Rheede Hort, malab. I. tab. 27. (Arealu).
Erklärung der Tafel.
1. Ein Zweig mit einer Blattknospe.
2 . Ein anderer mit reifen Früchten, nach Exem-plaren des bot. Gartens.
3 . Eine junge Frucht.
4 . Eine ältere,
5 . Dieselbe vergrössert.
6. Dieselbe im Längsdurchschnitf,
7 — 8. Weibliche Blüthchen, vergrössert.
9. Eine Blattknospe, in natürlicher Grösse.
10. Die äussere Schuppe derselben,ti. Die inneren Theile der Knospe, ein Blatt, wel-ches die nächste Knospenschuppe umfasst.
i