Dieser herrliche Baum kommt nach Blume aufeiner Höhe von 2000 — 3 ooo Fufs in dem westli-chen Th eil von Java sehr häufig vor, undBildet dort die sogenannten llosa mala-Wälder.
Der Stamm wird sehr dick und erreicht mitder weit ausgebreiteten Krone eine Höhe von 100 —200 Fufs; an der Basis ist er gewöhnlich mit meh-reren tiefen Furchen gleichsam ausgegraben. DieRinde ist gleichsam glatt, aufsen blafs aschgrau,innen braun, von bitterlich - scharfem Geschmackund mit einem honigähnlichen Balsam erfüllt. Diejungen Zweige sind ganz glatt. Das Holz ist sehrschwer, feinfasrig, roth oder rothbraun und wohl-riechend.*
Die Blätter stehen abwechselnd auf einenhalben bis ganzen Zoll langen fast runden Blattstie-len, an deren Basis zwei kleine pfriemenförmigehinfällige Afterblättchen stehen. Diese Blätter sindeiförmig-länglich, lang, aber stumpf zugespitzt unddrüsig - gesägt, lederartig, glatt und glänzend, obenblafs-grün, unten bläulich-grau, 3 bis 5 Zoll langund kaum 2 Zoll breit.
Die Blü then kommen aus kegelförmigen Knos-pen an den Spitzen der Zweige hervor, bilden ei-nen Trauben, der aus G — 8 rundlichen männli-chen und aus wenigen tiefer gestellten etwas hin-ger gestielten weiblichen Kätzchen besteht.Die B lü l hens ti ele sind weichliaarig. Die Hüllebesteht aus vier ungleichen länglichen stumpfengelblich - behaarten hinfälligen Blättchen.
Die männlichen Kätzchen sind dicht mitzahlreichen (60 — 100) grofsen, sehr kurz gestiel-ten zweifächrigen gelblichen Antheren besetzt, zwi-schen denen sehr kleine Schüppchen sichen. DerPollen ist rund, durchscheinend.
Die weiblichen Kätzchen bestehen ausi 5 — 20 Blüthchen (mit dazwischen stehenden un-fruchtbaren Staubgcfäfsen). Die kleinen Schuppenwelche mit der Basis des Fruchtknotens verwach-sen, siud an ihrer Spitze etwas verdickt und weich-haarig. Die Fruchtknoten sind klein, zweifächrig,mit vielen Eierchen in jedem Fach, die der Längenach an den Scheidewänden ansitzen. Die beidenGriffel sind lang und rückwärts gekrümmt, graulich.Bei der Reife bilden diese Kätzchen eine rundezapfenähnliche Haufenfrucht, die mit warzenförmi-gen graulich - behaarten Hökerclien bedeckt ist,welche aus den verwachsenen Schuppen entstandensind, zwischen denen die Kapseln kaum hervorra-gen (wodurch sich diese Art von der amerikani-schen, bey der sie viel länger sind, sehr unter-scheidet.
Die Kapseln sind fast zw'cilappig, oder rich-tiger aus zwei verwachsenen gebildet und mit denkurzen Griffeln zugespitzt; sie sind zweifächrig undspringen an der Spitze in die Quer auf, so dafsdie doppelten Scheidewände zwei Lamellen bilden.
ln jedem Fach bildet sich gewöhnlich nur einfruchtbarer Sa am en aus, dieser ist oval, lin-senförmig, auf der äufsern Seite glatt, auf der in-nern mit einem kleinen slrahligen Kamm versehenund am Rand geflügelt. Die Saamenschale ist gelb-lich-braun, der Fi weifskörper ist dünn fleischig;der Embryo hat blattartige ovale Cotyledonem, wel-che dreimal länger sind als das stumpfe YVürzel-chen. — Die zahlreichen abortirlen Saamen sindkeulenförmig oder eckig, hornartig, braun.
Der balsamische harzige Saft dieses Baums ist derächte orientalische flüssige Storax. Ersoll frisch die Consistcnz und Farbe des Honigs ha-ben Und später mehr i weifs und durchscheinendwerden.
In Indien wird dieses wohlriechende Weichharzhäufig gebraucht und nach Nor on ha kömmt esdurch die Araber nach Persien und Arabien undsoll von da aus auch nach Europa gelangen.
Was wir in den Officinen flüssigen Storax, Styraxliquidus nennen, ist ein terpentinartiges Weichharzvon brauner oder mehr rölhlicher Farbe und ange-nehmen Geruch; er kommt wahrscheinlich vonLi quidambar styraciflua, der in den Wür-mern Thcilcn von Nordamerika dieses Harz liefert,welches von selbst aus der Rinde ausfliefst; nachHerr Dr. Martius soll er nicht durch Auskochen,sondern durch eine Art trockener Destillation aufeine ähnliche Weise wie der Theer gewonnen wer-den. (Th. Martius Pharmacognosie, p. 452 .)’)
Abbild u u g e n.
Ru mph Herb. Amb, Yol. II. p. 02. (Lignum pa-puanum.)
Blume Flora Javae i c h i c r c p.
Hayne Getr. Darst. XI. 26.
Erklärung der Tafel.
1. Ein blühender Zweig, nach Bl time’s Abbildung.
2. Ein Zweig mit Frucht.
3 . Ein männliches Kätzchen.
4 - Dasselbe stark vergröfsert im Längsdurchschnitt,um die Antheren zu zeigen.
5 . Eine offene Anthere, noch stärker vergröfsert.G. Ein weibliches Kätzchen.
7. Dasselbe im Längsdurchschnitt, noch stärker
vergröfsert.
8. Ein Fruchtknoten mit den Schuppen und Grif-
feln.
g. Derselbe im Querdurchschnitt.
10. Die zweilheilige Kapsel.
11. Dieselbe mit den Saamen.
12. Die unfruchtbaren —
1 3 . Die fruchtbaren Saamen.
14. Ein Durchschnitt des Saamen mit dem Embryo,
alle Figuren stark vergröfsert.
*) Uebrigens ist es uns sehr wahrscheinlich, dafs derbei uns vorkommende Styrax liquidus ebenso, wieder gemeine Styrax calamita ein Kunstprodukt scy.