Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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B e u e n

Holl.

Korkboom.

Daen.

Korkelraee.

Schw.

K 0 r k t r ä d.

Engl.

the cork-tree.

Fra uz.

Le Liege.

Ttal.

S u V e r 0.

Span.

Alcornoque.

Port.

So ve reir 0.

Die Korke i cli e ist im südlichen Europa ein-heimisch und kom nt besonders in Spanien häufigvor. Sie bildet einen Baum von 3 o 4 o Fufs HöheDie jungen Zweige sind dicht mit graulich weifsemFilz bekleidet ; die Rinde des alten Holzes ist glatt.

Die Blätter stehen abwechselnd auf drei bisvier Linien langen stielrunden filzigen Blattstielen ;sie sind von verschiedener Gestalt und Gröfse, dochstets mehr oder weniger eiförmig, mehr stumpf alsspitz, am Rand mit kleinen entfernten spitzigenZähnchen besetzt, oder auch ganzrandig; die obereSeite ist glatt, die untere ist dicht mit einem zartenkurzen weifsen Fälz bedeckt; die gröfsten unsrerExemplare sind mit dem Blattstiel an zwei Zolllang und anderthalb Zoll breit.

Die männlichen Kätzchen erscheinen inzahlreicher Menge an den Spitzen der jungen Zwei-ge ; sie sind schlank, hängend ; der gemeinschaftlicheßlüthenstiel ist fadenförmig, filzig, einen bis andert-halb Zoll lang; an den zu sechs bis acht beisam-men stehenden Staubgefäfsen finden sich sehr kleineverwachsene und gewimperle Schuppen, die dieStelle der Blüthenhülle vertreten.

Die Staubfäden sind sehr dünn, haarförmig.

Die Staubbeutel sind eirundlich, zweifächrig,blafs-gelb.

Die weiblichen Blüthe.n stehen ebenfallsan den Spitzen in der Nähe der männlichen Kätz-chen, zu zwei bis drei auf kurzen dicken filzigenBlüthenslielen.

Die äufsere Hülle (später der Fruchtbecher)ist rund, aus kleinen dicht anliegenden weichhaari-rigen, röthlichen Schuppen gebildet.

Der Fruchtknoten ist ganz mit einer an derSpitze gezahnten ebenfalls filzigen Blüthenhülle(cupula, perianthium) bekleidet, aus der drei zwei-theilige fleischige Narben hervorragen.

Die Frucht ist eine Eichel (glans), länglichstumpf, in ein kleines Spitzelten endigend, glatt, vonder Farbe unsrer gemeinen Eichel, ungefähr einen

bis anderthalb Zoll lang, sechs bis sieben Linienbreit.

Der Fruchtbecher besteht aus dicht übereinander liegenden graulich-filzigen Schuppen.

Der Stamm dieses Baumes setzt die be-kannte Korksubstanz (Suber), eine krankhafteBildung der Rinde an. Man kann diese vom fünf-zehnten Jahre an alle sechs Jahre abnehmen, soschnell bildet sie sich wieder und man erhält da-durch den Baum so, dafs er ein Alter von 100 Jah-ren und darüber erlangt.

Der Kork ist für die Verschliefsung der Gläserso wichtig, dafs dieser Baum wohl unter die Medi-cinalpflanzen aufgenommen zu werden verdient. Manhat darauf zu sehen, dafs der Kork möglichst leicht,elastisch und ohne grofse Risse und Poren sey. lnchemischer Hinsicht ist der Kork besonders dadurchausgezeichnet, dafs er mit Salpetersäure behandelteine eigenthiimliche Säure, Korksäure, liefert.

Anmerkung. Von dieser ächten Korkeicheunterscheidet sich eine neue verwandte Art,Quercus Pseudo-sub erSanti durch grös-sere, mehr längliche und grob-gezahnte Blätterund durch den Fruchtbecher, dessen Schuppen

sparrig abstehen. Diese Art ist in Ligurien

*

einheimisch und soll in jeder Hinsicht stärkerseyn, aber nur weniger Kork ansetzen. Wirhaben auch von dieser Art zum Vergleich einZweiglein mit der reifen Frucht unsrer Tafelbeigefügt. (S. Reich. Fl. exc. p. 177,)

Abbild un ge n.

Black w. Herb. tab. i 93 .

Weise Forst, bot. tab. I. fig. io.

Erklärung der Tafel.

A. 1. Ein Zweig mit Blättern und junger Frucht von

Quercus Suber L.

2 Ein blühender^ Zweig.

3 . Ein Stückchen eines Blattes von der unternSeite gesehen.

4 . Ein Stückchen des männlichen Blüthen-Kätz-chens stark vergröfserl.

5 . Eine weibliche Bliithe stark vergröfsert.

( 3 . Dieselbe nach dem Verblühen.

7. Die reife Frucht.

B, Ein fruchttragender Zweig von Quercus Pseudo-suber Santi.