Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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gen. Diese Staubfächer reifsen in der Mitte,quer so auseinander, dafs der gröfsere Theilan der Spitze der kleinern an der Basis stehenbleibt und kleine hohle Säckchen bildet.

Unterhalb dieser männlichen Blüthen kommengewöhnlich zwei weibliche i| 2 Zoll langeB 1 ü t h e n k ä t z c h e n hervor, die zuerst abwärtsgebogen sind, dann aufrecht stehen. Die Blüthcn-schuppen (squamae perianthii s. bracteaIes) dieser Kätzchen sind an der Basis breit, fastherzförmig, glatt, grünlich, mit weifsem, häutigen,etwas gezähnelten Rand; die Mittelrippe läuft ineine lange pfriemenförmige, etwas rückwärts gebo-gene Spitze aus. Unter dieser liegen die abgerun-deten schuppenförmigen Fruchtknoten (receptacula),so dafs sie auf der obern Seite derselben am Grunddamit Zusammenhängen. Auf der untern Seite die-ser Fruchtschuppen sind, wie bei allen ächten Co-niferen, die beiden gelblichen Eierchen (ovula s.cupulae Aut.) so angewachsen, dafs sie ihre offeneSpitze (exostomium) abwärts und zwar etwas nachhinten kehren.

Die Fruchtzapfen stehen gerade aufrecht;sie sind vier bis fünf Zoll lang, walzenförmig undstumpf; die Fruchtschuppen (carpella) sind ganzstumpf, abgerundet, breiter als lang und an derBasis stark verschmälert, ohne Verdickung an derSpitze; die äufsere Seite ist mit zartem Filz bedeckt,die Farbe ist bei der Reife an den Spitzen einblasses gelbliches Grau, welches an der bedecktenBasis mehr in Roth-braun übergeht. Mitten auf demRücken dieser Fruchtschuppen liegt die viel schmä-lere Deckschuppe, deren etwas steife Spitze sichTÜcku arts biegt. Die nufsartigen Samen liegen flachohne Vertiefung am Grund der Fruchtschuppe ander Axe des Zapfens ; sie sind blafsbraun, verkehrt-eiförmig und mit einem grofsen Flügelfortsatz ver-sehen. Der Samenkern war bei unsern Exempla-ren nicht ausgebildet. (Auffallend stark war derGehalt an einem nicht unangenehm riechenden äthe-rischen Oel in diesen leeren Samenhüllen.)

Dieser Baum liefert diejenige Sorte des Terpen-tins, welcher besonders in den Vogesen gewonnenwird und unter dem Namen des Strasburger

Terpentins (Terebinthina argentoratensis) bekanntist. Es steht dieser Terpentin gleichsam zwischendem gemeinen und dem Venetian ¡sehen Terpentin inder Milte; er hat eine starke Honigconsistenz, istklar und hellgelb, und sein Geruch ist angeneh-mer, als der des gemeinen Terpentins.

Anra. Wir haben bei dieser Darstellung nachder von Rob. Brown aufgestellten Theorie dieFrucht der Coniferen als einen aus senuppenförmi-gen Carpellen- oder Fruchtklappen bestehendenZapfen betrachtet. Die sogenannten Nüsschen sinddaun die Samen, deren Flügel die Stelle des Na-belstrangs vertritt, ln den blühenden Kätzchen sinddie receptacula jetzt die ovaria squamae-formia und die cupulae der Autoren, dieovula nuda exostamio pertusa, mit denensie auch am besten Übereinkommen.

Abbildungen.

Lambert Descr. of the genus Pinus tab. 30.

G ui mp. et Hay ne Deutsche Holzart, tab. i56.

Erklärung der Tafel.

r. Ein Zweig mit männlichen Blüthen.

2. Ein anderer mit weiblichen Blüthen.

3. Eine reife Frucht und die Axe derselben, ohnedie Fruchtschuppen und Samen.

4- Ein männliches Kätzchen in natürlicher Gröfse.5. 6 . Die in der Mitte aufgerissenen Staubgefäfse.

7 . Der obere Theil derselben.

8 . Eine Deckblattschuppe mit der Fruchtschuppe(ovarium) uud die Eierchen, in natürlicherGröfse.

9. Dieselben, vergröfsert.

10. Dieselben, vom Rücken gesehen.

11 . Eine Fruchtschuppe (ein Carpell) der reifenFrucht mit der Deckschuppe, in natürlicherGröfse.

12 . Die Deckschuppe.

13. Die Fruchtschuppe mit dem Samen,. Ein Samen mit dem Flügel.