Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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schliesst mehrere Bliilhen ein, welche sich nachund nach entfalten.

Dies Blumenrohr ist von mehreren (gewöhn-lich drei) zarten häutigen Scheiden (Deckblättchen)eingewickelt, von denen die obere länger als dasBlumenrohr und von röthlicher Farbe ist. Die in-nere scheint die Stelle des Kelchs zu vertreten.

Der äufsere Saum der Blumenkrone besieht ausdrei schmalen, weissen, fast gleich breiten Blättchenvon der Länge des innern Saums. Dieser ist auszwei obern ovalen zugespitzten, ungefähr andert-halb Zoll langen und neun Linien breiten weissenBlumenblättchen und aus dem grofsen uniera Blu-menblatt (der Lippe, Labellum) gebildet; dieseLippe ist zweilappig, die Lappen sind verkehrt-ei-förmig, abgerundet, von violetter, gegen die Mittedunklern Farbe.

Das am Schlund befestigte Staubgefäss erreichtungefähr die halbe Länge der obern ßlumenblätt-clien. Der Staubfaden ist weiss, glatt. Die Anthereträgt an ihrer Spitze einen grossen, weissenzweispaltigen lang zugespitzten Kamm(crista).

Der eiförmige Fruchtknoten führt einenlangen dünnen Griffel, der zwischen den getrenntenFächern der Anthere hindurch geht und in einegrosse trichterförmige Narbe endigt. An seinenSeiten stehen zwei fadenförmige Spitzen, die alsfehlgeschlagene Staubfädclien zu betrachten sind.

Die Frucht kam bei uns nicht zur Ausbildungund soll nach Roxbourg selbst in Ostindien sehrselten gefunden werden.

Die Blätter, Avelche erst nach der ßlüthezeitsich ausbilden, sind über zwei Fuss lang; der Blatt-stiel ist rinnenförmig kürzer als das Blatt selbst,dieses ist länglich lanzettförmig lang zugespiizt,mit schief laufenden Rippen und Falten, oben glattund grün, unten röthlich und weichhaarig.

Die oben beschriebene Wurzel Avar nach derfrühem Annahme die Radix Zedoariae rotun-» da. Wir finden den getrockneten Wurzelstockallerdings der Radix Zedoariae ähnlich; dieFarbe ist blasser, der Geschmack sehr bitter Avieder der Radix Zedoariae, aber minder aroma-tisch.

Abbild un ge n.

Jacq. Hort. Schoenborn. III. tab. 3 17.

Erklärung der Tafel.

1. Die Blüthenähren mit der Wurzel.

2. 3 . Die getrocknete Wurzel.

4. Ein Blatt.

5 . Eine Blüthe mit dem Kelch und den Deckblätt-

chen von hinten gesehen.

6. Eine Blüthe, der Länge nach geöffnet,

7 . Der Staubbeutel mit dem Griffel.

8. Diese Figur vergrössert.

9 . Der Fruchtknoten mit den beiden Spitzen.

10. Ein Durchschnitt derselben (beide Figuren eben-falls vergröfsert.)