vorgezogenen Spitze; man bemerkt sieben Nerven,von denen drei auslaufen und die andern sich amRande des Blattes hinziehen. Nur sehr selten siehtman am Blattstiel oder auf der Mittelrippe einenkleinen Stachel. Die grössten Blätter der unsdurch die Güte des Herrn Prof, von Schlech-tendal aus dem K. Herbario mitgetheilten Exem-plare messen ohne den Blattstiel sechs Zoll in derLänge und eben so viel in der grössten Breite.Die obern Blätter sind verbältnissmässig kleiner,deutlicher spiesförmig-geohrt (hastato-auriculata) ;die obersten in der Nähe der Blüthen sind mehrherzförmig mit stumpfen abgerundeten nicht ab-stehenden Lappen.
Die Blüthenstiele in den Winkeln der Blät-ter sind glatt, ungefähr einen Zoll lang; sie trageneine einfache 8 — 12 blüthige Dolde. Die beson-dern Blüthenstiele sind von sehr kleinen Schuppenumgeben, an 3—4 Linien lang. Die Blüthen sindnicht bekannt.
Die reifen Früchte sind rundlich dunkelroth, von der Grösse einer ganz kleinen Kirscheund enthalten einen oder häufiger drei auf einerSeite gewölbte Saamen von blass - rolhbraunerFarbe; diese Saamen zeigen oben einen schwarz-braunen Nabel und enthalten an dem entgegenge-setzten Rand in dem hornartigen Eiweisskörpereinen kleinen walzenförmigen Embryo.
Von dieser Art der Gattung Smilax kommtnach dem Bericht des Herrn Dr. Schiede dieje-nige Sorte der Safsaparill, welche wir jetzt häufigim Handel unter dem Namen Safsaparill vonVeracrutz finden. Es lässt sich diese Sorteleicht erkennen. Die Wurzel ist ziemlich schwerund zähe, auf der Oberfläche mit vielen aber fei-nen Längsfurchen bezeichnet und von einer mehrins gelbliche neigenden Farbe, wodurch sie sichbesonders characterisirt. Die Rindensubstanz ist
ziemlich dick und dicht, sehr selten mehlig, weissoder ganz schwach-rötblich. Wir halten sie füreine gute Sassaparill, die besonders denjenigen Sor-ten, welche eine sehr mehlige (amylumreiche) Rin-de haben, vorgezogen werden sollte. — Die ältesteSorte der Safsaparill ist die von Honduras, wel-che jetzt auch unter dem Namen Safsaparill yonTam pi ko vorkommt. Die Jamaicanische oderCumanische Sassaparill hat das Ansehender Honduras, ist aber auf der Oberfläche deut-licher roth, doch haben wir auch mehr brauneStücke. Die Mutterpflanze ist wahrscheinlich Smi-lax officinalis Kunth (Syn.pl. aeq. I. p. a78.)dessen Wurzel über Jamaica ausgeführt werden soll.Unter dem Namen Lissaboner Sassaparill haben wirso verschiedenartige Wurzeln erhalten, dass mandarüber nichts bestimmen kann. Durch die starkmehlige Rinde zeigt sie sich als eine geringereSorte.
Anm. Wir hatten in diesen Tagen Gelegenheit dieWurzeln einer grossen Agave americanazu untersuchen. Die jüngeren Fasern sindganz weiss; die älteren aber im Innernder Rinde mehr oder minder roth und imAllgemeinen einer Sassaparill von Hon-duras wirklich sehr ähnlich.
Erklärung der Tafel.
1 . Die Spitze eines fruchttragenden Stengels,
2 . Ein mittleres Blatt.
3. Ein unteres Blatt.
4. Eine Blattstielscheide mit den Ranken und Stacheln.5» Die Ilüllblättchen mit ein paar Fruchtstielen, ver-
grössert.
6 . Die reife Frucht in natürlicher Gröfse.
7 — 8 . Die Saamen.
g. Einer derselben durchgeschnitten, mit demEmbryo.