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Der Schaft ist aufrecht, stielrund, ganz einfachnackt, glatt, an sechs Fuss hoch und endigt ineine anderthalb Fuss lange dichte einfache Blüthen-traube, welche an der Spitze männliche, nach un-ten Zwitterblüthen trägt.
Die Bliithenstiele sind klein, eine Linielang, von einem breiten häutigen abgestutzten um-fassenden Deckblättchei. unterstützt.
Die Blü then hülle ist bis an die Basis, insechs Blättchen getheilt; diese sind schmal, linien-förmig, etwas fleischig, gelblich, kaum eine Liniebreit und ungefähr 4 — 5 Linien lang; am Grundbemerken wir in der Zwitterblüthe eine etwas ver-dickte drüsige Stelle,, wahrscheinlich ein Nectarium’).
Die sechs Staubgefässe stehen auf der un-tersten Basis der Blüthenhülle. Die Staubfädensind etwas breit und in den Zwitterblüthen nachder Spitze etwas breiter, länger als die Blüthen-hülle.
Die Staubbeutel sind herzförmig, zweiklap-pig, gelb.
Drei verwachsene Fruchtknoten tragren dreikurze Griffel mit undeutlichen Narben.
Die Frucht ist eine dreifächrige, bei der Reifean der Spitze dreilappige und an der innern Nahtaufspringende Kapsel; diese Kapsel ist glatt undenthält in jedem Fach mehrere längliche, häutigeschwarze Saamen. Die Frucht ist von der stehen-bleibenden Blüthenhülle und den Staubgefässenumgeben.
Diese hier beschriebenen Früchte undSaamen stimmen ganz genau mit dem beiuns im Handel vorkommenden Semen Sa-badillae überein, was noch mehr bestätigt wird,wenn man die gewöhnlich unter diesem Saamenvorkommenden Blüthen mit denen der hier be-schriebenen Pflanze vergleicht. Auch haben wir
*) Durch dieses Nectarium weicht diese Art von der Gat-tung Veratrum ab und nähert sich der GattungLeimanthium. Vielleicht kommen alle amerika-nischen Arten hierin in der Zwiebelwurzel überein.Lnd man müsste sie denn als ein subgenus derGattung V e r a t r u m betrachten.
aus dem officinellen Saamen in den K. bot. Gar-ten früher eine Pflanze mit grasartigen Blättern\
aufgehen sehen, welche ohne Zweifel dieses V. of-ficinale war, aber nicht zur Blüthe gelangte.Es ist uns daher sehr wahrscheinlich, dass allerim Handel vorkommende Semen Sabadillaeaus Mexiko und nicht von den Antillen ge-bracht wird. -- Ueber die chemischen Bestand-teile dieses Saamens haben wir bereits bei Vera-trum Sabadilla dessen Saamen gegenwärtignicht vorzukommen scheinen, das nöthige mitge-theilt,
Anm. Wir haben auch bei dieser Pflanze die unsaus dem König!. Herbario zu Berlin, durchHerrn Professor von Sch lech tendalgütigst mitgetheilten Exemplaren benutzt.
Erklärung der Tafel.
i. 2. Die fruchttragende Pflanze nach Exemplarenaus Mexico.
3 . Ein Stück der Blüthenähre.
4 . Die männliche Blüthe.
5 . Dieselbe vergrössert.
6. Ein Blättchen der Blüthenhülle.
7. Die Zwitterblüthe vergrössert.
8. Ein Blättchen der Blüthenhülle mit dem Nec-
tarium , vergrössert.
9. Der Fruchtknoten.
10. Derselbe durchgeschnitten.
11. Ein Durchschnitt der Frucht.
12. Die reife Frucht in natürlicher Gröfse.
1 3 . Der reife Saamen.
14. i 5 .Die Deckbläüchen, vergrössert.
16. Eine unreife Frucht aus dem im Handel vor-kommenden Sabadillsaamen.
17. Die reife Frucht, eben d.avon.
15. Zwei Saamen, noch in der Frucht befestigt.
19. Der vollkommene Saamen.
20. Derselbe vergrössert mit dem Embryo.