Zehnter Verfuch. 835
felben clie Schwäche der Vernunft fo einleuchtenddargethan werde.*)
Aller Skepticismus gründet fich zuletzt auf dieBehauptung, dafs fich die allgemeinen Principiennicht durch Vermmftgründe erweifen lafl’en. Denndie Vernunft kann keine Ueberzeugung hervorbrin-gen, als nur dadurch, dal's fie den Zufammenhangeines Urtheils mit einem unbezweifelteu Principioeinfieht. Nun leugnet aber der Skepticismus dieVernunft- Gewifsheit der allgemeinen Grundfätze,folglich auch aller Sätze, die von ihnen abhängen,d. h. aller Urtheile überhaupt. Die Gewifsheit alfo,welche wir mit unfern Urtheilen verknüpfen, ftammtniemals von der Vernunft ab. Das ganze fkepti-fche Syftem läfst fich, feinen Hauptmomenten nach,in folgendem Vernunftfchluffe vorftellen :
„Wo vernünftige Ueberzeugung ftatt finden„foll, da mufs eine Erkenntnifs aus feften Pi'inci-„pien vorhergehen. Nun giebt es für die Vernunft„keine gewiffen, allgemeinen Grundfätze; folglich„ift auch keine Ueberzeugung aus Vernunftgründen„von irgend einem Urtheile möglich“.
Mehrentheils fchränkt fich der Skepticismus nurauf die Wahrheit der fynthetifchen Urtheile ein,und greift alfo nur die Gewifsheit der fynthetifchenUrtheile an, fo wie diefes bei Humen der Fall ift.
G g g 2 Aus
* Man darf nur an Ber lcley und Huet denkenund; Baylens Dictionnaire im Artikel PyrrhoC. nachlefen.