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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
727
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Fünfter V e r f u c h

findet, eine objektive Verknüpfung unter denDingen zuzulaffen, fo kann fie durch fielt alleinnie überzeugt werden, dafs ein Ding in der Folgewiederum mit demjenigen Dinge verknüpft feynwerde, mit welchem es ehemals nach der Erfah-rung verbunden gewefen ift. Denn dafs ein Dingauf das andre bisher gefolgt ift, ift für die Ver-nunft kein Grund, dafs es auch künftig fo feyntverde, wenn fie nicht fchon als ausgemacht an neh-men kann, dafs eine folche Verknüpfung in denObjekten der Natur nothwendig fev. Da fielt nunzu der letzteren Vorausfetzung unmöglich ein Grundin der Erfahrung finden kann, und auf keinemandern Wege nach den Vernunftgefetzen eine ob-jektive Vernunfterkenntnifs nach Humes Grund-fatze, möglich, fo ift es gar keine objektive Noth-wendigkeit, welche dem Satze der Kaullalität an-hängt, fondern nur eine fubjektive; unfre Naturvermag es einmal nicht anders, und wenn fie gleichnicht im Stande ift, die vernünftigen Gründe da-von zu entdecken, fo vertritt doch die Gewohnheitdie Stelle der Vernunftgründe, und macht, dafsdie ntenfchlichen Entdeckungen gerade eben iodreuft, ja noch weit kühner ihren Fortgang neh-men, als wenn die Vernunft durch Einficht in dieNatur der Dinge von diefer objektiven Ordnungüberzeugt wäre.

Es ift mir vor Kant niemand bekannt, demdas pliilofophifche Gewicht diefer von Hu me vor-gelegten Fragen und Schwierigkeiten, fo fehr ein-

geleuch-