i' Dritter Verfueh. 635
! find, oder es nie feyn können. Alle Begriffe findall'o zwar, fo wie alle wirkliche Vorftellungen,individuelle Dinge, aber nicht individuelle Vor-ftellungen. Ein jedes für uns wirkliche Ding,
, d. h. ein folches,- das den Sinn afficirt, oder affi-ciren kann, mufs durchgängig beftimmt d. h. einIndividuum feyn. Nun ift ein jeder Begriff eineganz beftimmte Handlung des Verftandes, die deninuern Sinn afficirt und ihm als ein Objekt vorge-ftellt wird, und als ein folclies Objekt des innernSinnes ift jeder Begriff ein individuelles Ding.Aber wenn man nun die Natur diefes Dinges inErwägung zieht, und bedenkt, dafs fie darinnebefteht, dafs es als eine Vorftellung ein Objekthaben muffe; fo findet man leicht, dafs nicht alleVorftellungen auf ein, fondern mehrere derfelbenauf viele Objekte bezogen werden können, dafsalfo in diefer Rücklicht nicht alle Vorftellungen in-' dividuell, fondern viele derfelben allgemein find.Dafs Hume und fein Vorgänger Berkeley die-len fo fichtbaren Unterfchied überfallen, kam wol1 daher, weil beide in ihren Unterfucliungen eineganz falfche Vorftellung von der Natur eines Ob-jekts, die ebenfalls die Fehler ihrer Vorgänger ver-anlafste, zum Grunde gelegt hatten. Beide hieltennemlich die Objekte oder die Dinge mit den Vor-ftellungen felbft für einerlei, und lieffen fich dadurchverleiten es für einerlei zu halten, ob man lagte,die .Vorftellung fei individuell, oder das Ding feyIndividuell, und in diefer Meinung findet fich wie-derum