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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
613
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Dritter Verfucli.

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Aus diefen Betrachtungen läfst fich nun auchder allgemeine Grund des Vorftellens oder das Vor-ftellungsvermögen, das als eine Eigenfchaft des vor*ftellenden Subjekts gedacht werden mufs, näher be-ftimmen. Es mufs nemlich dem Vorftellenden imBewufstfeyn etwas gegeben werden, und es mufs da-her möglich feyn, dafs ihm etwas gegeben werdenkann, und das Mannigfaltige mufs im Bewufstfeynverbunden werden, folglich mufs es möglich feyn,dafs es verbunden werden kann. Die Möglichkeitin dem Vorftellungsvermögen das Mannigfaltige auf-zunehmen, heifst die Receptivität; die Mög-lichkeit das aufgenommene Mannigfaltige zu verbin-den, ift die Spontaneität. Receptivität undSpontaneität find alfo die zwei wefentlichen Beftand-theile eines jeden Vorftellungsvermögens. Jenerempfängt das Mannigfaltige, diefer macht es zu ei-ner Vorftellung, thut dasjenige noch hinzu, wasdazu gehört, es zur Vorftellung zu machen, er ver-bindet das Mannigfaltige. Die erftere ift der lei-dende, letztere der thätige Theil des Vor-ftellungsvermögens.

Erkenntniffe find Vorftellungen, welche, esfey nun mittelbar oder unmittelbar, auf beftimmteObjekte bezogen werden, und es werden in jederErkenntnifs Prädikate von Objekten vorgeftellt.Da nun eine jede Vorftellung in ein Mannigfaltigesund in eine Einheit oder in Materie und Form zer-fällt; fo mufs fich auch jede Erkenntnifs in diefezwei Beftandtheile auflöfen laffen, und jedes Ob-jekt