496 Ueber die nienfcbliche Natur.
licher Tlieil zu der Maffe hinzu oder werde vonihr weggenommen; fo werden wir doch, weil wirfeiten fo genau denken, kein Bedenken haben, eineMaffe von Materie, worinne eine fo kleine Verän-'derung vorgefallen ift, noch für diefelbige zu hal-ten, obgleich, genau zu reden , diefer Umftand dieIdentität des Ganzen ganz und gar zerftört. DerGang der Gedanken von dem Objekte, ehe es ver-ändert ward, zudemfelben nach feiner Veränderung,ift fo unmerklich und leicht, dafs wir den Ueber-gang kaum merken, und uns leicht einbilden, esfei blos eine fortgefetzte Anfchauung deffelbigenObjekts.
Diefe Erfahrung wird von einem fehr merk-würdigen Umftande begleitet, welcher darinne be-fteht, dafs wir die Gröfse eines Theils nicltt abfo-lute, fondern nach feiner Proportion zum Ganzenmeffen muffen, obgleich die Veränderung eines be-trächtlichen Theils, in einer Maffe von Materie, dieIdentität des Ganzen zerftört. Das Hinzuthun oderWegnehmen eines Berges würde nicht hinreichendfeyn, eine Verfchiedenheit in einem Planeten her*vorzubringen; obgleich die Veränderung wenigerZolle manchen Körpern die Identität benehmenkönnte. Alan würde fich diefes unmöglich erklä-ren können, wenn man nicht Wülste, dafs die Ob-jekte auf das Gernüth wirken, und die Kontinuitätder Gemiithsbandiungen nicht nach ihrer realenGröffe unterbrechen, fondern allein nach ihremVerhältniffe gegen einander: und da alfo diefe Un-ter-