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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
485
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Von andern philofoph. Syftemen. 485

Um die Endentfcheidung über das Ganze zuthun , fo ift die Frage über die Subftanz der Seeleabfolut und an fich unverftändlich : Alle unfre Vor-ftellungen lind nicht einer lokalen Vereinigung fä-llig, weder mit dem Ausgedehnten noch mit demUnausgedehnten; indem einige von diefer, anderevon jener Art Find: und da die beftäudige Verbin-dung der Objekte das wahre Wefen der Urfach undWirkung ausmacht, lo können Materie und Bewe-gung oft als Urfachen der Gedanken betrachtet wer-- den, fo weit wir einen Begriff von diefem Verhält-niffe haben.

Es ift gewifs eine Art von Befchimpfung fürdie Philofophie, wenn man lie, deren fouverainesAnfehn allenthalben anerkannt werden follte,zwingt, bei jeder Gelegenheit fich wegen ihrer Fol-gen zu vertlreidigen, und fich bei jeder lvunft undWiffenfchaft, die an ihr Anl'tofs nimmt, zu recht-fertigen. Es fällt einem dabei ein König ein, derdes Hochverraths gegen feine eignen Untertbanenbefchuldigt wird. Nur eine Gelegenheit ift da, woes die Philofophie für nöthig und ehrenvoll achtenkann, fich felbft zu rechtfertigen, und das ift,wenn die Religion im Mindeften angetaftet zu feynfcheint; deren Rechte ihr fo theuer als ihre eignen,und in der That diefelben find. Wenn fich alfojemand einbilden follte, dafs die vorhergehendenUnterfuchungen auf irgend eine Art der Religiongefährlich feyn follten, dem hoffe ich durch folgen-de Apologie feine Furcht zu benehmen.

Es