Von andern philofoph. Syfteinen. 483
mit einer Kraft verfehen ift, noch weniger von ei-nem folchen, das mit einer unendlichen Kraft ver-fehen ift. Allein wenn wir die Ausdrücke ändernwollen, fo können wir Kraft nur durch Verknü-pfung erklären; und wenn wir dann fagen, dafsder Begriff eines unendlich mächtigen Wefens mitdem Begriffe jeder Wirkung', welche es will, ver-knüpft fey, fo fagen wir in der That nicht mehr,als dafs ein Wefen, deffen Wollen allemal mit einerWirkung verknüpft ift, allemal mit einer Wirkungverknüpft fey; welches ein identifcher Satz ift, unduns keine Einficht in die Natur diefer Kraft oderVerknüpfung verfchaft. Aber zweitens führtuns die Vorausfetzung, als ob Gott, das grofseund allgemein wirkfame Principium wäre, welchesden Mangel aller Urfachen ergänzte, zu den grüb-ften Gottesläfterungen und Ungereimtheiten. Dennaus deinfelben Grunde, weshalb wir bei den Wir-kungen in der Natur zu ihm unfre Zuflucht nehmen,und behaupten, dafs die Materie nicht durch fichfelbft Bewegung mittheilen oder Gedanken hervor-bringen könne, nemlich weil wir die Verknüpfungzvvifchen dielen Objekten nicht entdecken können :ans demfelben Grunde fage ich, müffen wir auchdie Gottheit für den Urheber aller unfrer Begierdenund Vorftellungen erkennen: weil fie eben keinedeutlichere Verknüpfung weder unter einander,noch mit der angenommenen , aber ganz unbekann-ten Subftanz der Seele haben. Diefe Wirkfamkeitdes höchften Wefens ift von verfchiedenen Philofo-
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