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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
477
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Von andern philofoph. Syftemen. 477

keine reale oder wefentliche Veränderung in demKörper hervor, fondern verändert nur fein Verhält-nifs gegen die übrigen Objekte. Aber zwifchen ei-nem Menfchen, der des Morgens in einem Gartenmit einer ihm angenehmen Gefellfchaft fpazierengeht, und einem Menfchen, der des Abends in einGefängnifs gefperret, und voll Schrecken, Ver-zweiflung und Reue ift, fcheint ein wefentlicherUnterfchied, ein Unterfchied von ganz andrer Artzu feyn, als der, welcher in einem Körper durchdie Veränderung feiner Lage hervorgebracht wird.Gleich wie wir von der Unterfcheidüng und Trenn-barkeit der Begriffe der äufsern Gegen ftände fchlie-fsen, dafs die äufseren Objekte eine von einanderabgefonderte Exiftenz haben fo mufs dafielbe auchnach der vorhergehenden Schlufsfolge von den Be-griffen gelten, wenn wir fie felbft zu unfern Begrif-fen machen. Wenigftens mufs man geftehen, dafses, da wir von der Subftanz der Seele keinen Be-griff haben, für uns unmöglich ift, zu fagen, wiein ihr folche verfchiedene und felbft widerfpreclien-de Vorftellungen, ohne eine fundamenteile undwefentliche Veränderung möglich find; und folglichkann man niemals beftimmen, in welchem SinneVorftellungen Handlungen diefer Subftanz feyn kön-nen. Der Gebrauch des Worts Handlung, dasganz ohne Sinn ift, ftatt des Ausdrucks Modifika-tion, vermehrt allo unfre Erkenntnifs nicht, undverfchaft der Lehre von der Immaterialität der Seelekeinen Vortheil.-

Zwei-