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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
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416 Ueber die menfchliche Natur.

haben können. So finden wir alfo bei der Prüfung,dafs jeder diefer Theile von den ftärkften Beweifenunterftützt ift, und dafs fie alle zufammen ein feftesSyftem ausmachen, welches vollkommen überzeu-gend ift. Ein ftarker Hang oder eine ftarke Nei-gung allein, kann fchon bisweilen einen (Glaubenoder eine Neigung erzeugen;’ wie vielmehr, wennfie von diefem Umftande unterftützt wird ?

Ob wir aber gleich auf diefe Art durch die na-türliche Neigung der Einbildungskraft verführt Aver-den, denen finnlichen Objekten oder Verkeilungen,welche wir in ihrer unterbrochenen Erfcheinungeinander ähnlich finden, eine kontinuirliche Exi-ftenz zuzufchreiben; fo ift doch ein geringes Nach-denken, und ein wenig Philofophie hinreichend,uns das Irrige in diefer Meinung zu zeigen. Ich ha-be fchon bemerkt, dafs zwifchen diefen beiden Prin-cipien, nemlich dem Princip einer kontinuirli-ehen und einer abgefonderten und unab-hängigen Exiftenz eine innige Verknüpfung fey,und dafs, fobald Avir das eine für notliAvendig hal-ten, auch das andere pothwendigerweife darausfolgt. Zuerft entl'teht die Meinung von einer kon-tinuirlichen Exiftenz, und diefe zieht ohne vieleMü-he und Nachdenken die ZAveite nach fich, Avenn dasGemüth feinem erften und natürlichen Hange folgt.Aber wenn Avir die Erfahrungen vergleichen, undüber diefelben ein wenig nachdenken, fo werdenAvir bald gewahr, dafs die Lehre von der unabhän-gigen Exiftenz unfrei - finnlichen Vorftellungen, der

äugen-