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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
367
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Von andern philofoph. Syftemen. 3^7

neue Art von Wahrfcheinlichkeit, Avodurch dieerfte verbeffert und in Ordnung gebracht, und ihrrichtiges Maas und Verhältnis beftimmt Avird. So-Avie nun die Demonftration der Aufficht der Wahr-fcheinlichkeit unterworfen ift, fo ift die Wahr-fcheinlichkeit wieder mit einer neuen Prüfung,vermittelft einer Handlung des Nachdenkens, ver-bunden, vvorinnen die Natur unfres Verftandesund unfre Schlüffe von der erften Wahrfcheinlich-keit unfre Objekte Averden,

Nachdem Avir nun auf diefe Art bei jederWahrfcheinlichkeit aufser der urfprünglichen Un-gewifsheit, die dem Subjekte anhängt, noch eineneue Ungewifslieit gefunden haben, die von derSchwäche desjenigen Vermögens herrührt, welchesurtheilt, und nachdem wir diefe zu lammen vergli-chen haben, fo verbindet uns unfre Vernunft, ei-nen neuen Zweifel zuzulaffen, der von der Mög-lichkeit hergenomnjen ift, dafs wir uns auch in derSchätzung der Wahrhaftigkeit und Treue unfrei*Vermögen irren können. Diefes ift ein Zweifel,der uns unmittelbar aufftöfst, und den Avir notli-Avendig, wenn anders unfre Vernunft bündig feynfoll, auf eine entfcheidende Art aufiöfen müfsten.Allein wenn auch diefe Entfcheidung für unfervorher gefälltes Urtheil giinftig ausfallen follte, fogründet es fich doch auch nur auf Wahrfcheinlich-keit, und mufs daher unfre erfte Ueberzeugungimmer noch Avankend laffen, und mufs felbft Avie-derum durch einen vierten Ziveifel cierfelben Art

wie-