Von Frlcenntnifs lind Wahrfcheinlichkeit. ' 361
ftarke Beftätigung, oder vielmehr ein unüberwindli-cher Beweis meines Syltems fey.
Allein obgleich die Thiere viele ihrer Erkennt-niffe der Erfahrung zu verdanken haben, fo he-kommen he doch auch viele unmittelbar von derNatur; welche die Fähigkeiten, die he bei'gewöhn-lichen Gelegenheiten beweifen, weit überfteigen ,und in welchen he, auch bei der längften Uebungund Erfahrung, wenig oder gar nicht weiter kom-men. Wir nennen diefe I nftink t e, und bewun-dern he als etwas ganz Aufserorclentliches, das durchkeine Unterfuchung des menfchlichen Verftandesbefriedigend erklärt werden kann. Aber unfreVerwunderung wird vielleicht aufhören oder liehwenigftens vermindern, wenn wir erwägen, dafsunfer Vermögen, aus der Erfahrung zu fchliefsen,das wir mit den Thieren gemein haben, und wo-von unfer ganzes handelndes Leben abhängt, nichtsals eine Art von Inftinkt oder mechanifcher Kraftfey, die in uns wirkt, ohne dafs wir felbft he ken-nen ; und die in ihren vornehmften Wirkungennicht durch folche Verhältniffe oder Vergleichungender Begriffe gewirkt wird, welche die eigenthüm-lichen Gegenftände unfrer intellektuellen Fähigkei-ten hncl. Ob es gleich ein verfchieclener Inftinktift, fo ift dasjenige, welches den Menfchen dasFeuer vermeiden lehrt, doch eben fo wohl ein In-ftinkt, als dasjenige, was dem Vogel mit fo vielerGenauigkeit die Kunft beibringt, feine Eier auszu-brüten, und die ganze Oekonomie und die Ordnung,
feine