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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
317
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Von Erkenn tnifs und Wahrfcheinlichkeit. 3 r 7

Der fcli 1 echte Erfolg, den alle Verbuche ge-habt haben , diefe Kraft zu beftimmen, hat die Plii-lol’ophen endlich bewogen, zu fchliefsen, dafs dieletzte Kraft und Wirkfamkeit der Natur uns gänz-lich unbekannt fey, und dafs wir fie ganz umfonftin allen den bekannten Eigenfchaften der Materieanzutreffen fliehen. In iliel'er Meinung find fie faft.alle einftimmig; blos in dein Schluffe, den fie dar-aus ziehen, verrathen fie noch eine Verfchiedenheitin ihren Meinungen. Denn einige derfelben , wienamentlich die Kartefianer, welche es als ei-nen Grunclfatz angenommen haben, dafs wir voll-kommen mit dem Wefen der Materie bekannt find,haben natürlicherweife gefchloflen, dafs die Mate-rie mit gar keiner Kraft verfehen fey, und dafs dieMittheilung der Bewegung ihrem Begriffe wider-fpreche, l'o wie überhaupt das Vermögen, folcheWirkungen hervorzubringen, als wir ihr zufchrei-ben. Denn da nach ihren Vorftellungen das We-fen der Materie in der Ausdehnung befteht, dieAusdehnung aber keine wirkliche, fondern nur ei-ne mögliche Bewegung, oder die Beweglichkeit infich fchliefst; fo fchliefsen fie, dafs die Kraft, wel-che die Bewegung hervorbringt, unmöglich in derAusdehnung liegen könne.

Diefe Folge leitet fie auf eine andre, die fiefür ganz unvermeidlich halten. Die Materie, fa-gen fie, ift an und für fich ganz toclt und allerKraft beraubt, wodurch fie Bewegung hervorbrin-gen, fortfetzen oder mittheilen könnte. Da aber

doch